kommen nicht wieder. Vereinigen sich doch alle In-messen Deutschlands in dem tieferkannten Bedürfnißeiner bereits erprobten und mit segensreichen Erfolgengekrönten Einigkeit. Diese wohlverstandene Verbin-düng im Innern ist zugleich den auswärtigen Staatendie sicherste Gewähr: nicht ehrgeiziger Zwecke; dochwürde sie schwer in der Wagschaale lasten, sollte siegezwungen sein, ähnlichen Absichten von außen zu be-gegnen.
Den Feldzügen Gustav Adolphs folgt eine allge-meine Übersicht der niederländischen Unabhängigkeits-kriege von 15(>8—1606, der Kriege unter Ludwig XIV.von 1613—1711. Wir haben sie hier aufgenommen,weil es nicht uninteressant schien, diese Vorgänge, wenngleich ohne weiteres Urtheil nur als historische Mate-rialien zur Strategie so kurz beisammen dem Gedächt-niß wieder vorzuführen. Hat Holland in allen jenenKriegen mit eiserner Beharrlichkeit nur im defensivenZweck für seine Existenz mit Kriegsleuten und bewaff-neten Bürgern (Landwehr) ruhmwürdig gekämpft, sohat dagegen die französische Politik seit Ludwig XIV.nur immer ein großes Offensivziel verfolgt und keineAnstrengungen gescheut, dasselbe zu erreichen; vom reinpolitisch-militairischen Standpunkte aus gewiß auchnicht tadelnswerth. Wie schwach und in sich zerfallendagegen die deutsche Politik in jener Zeit erscheint,braucht hier weiter nicht ausgeführt zu werden. Da-her kommt es denn auch, daß meisthin die Deutschenmir ihren Verbündeten auf dem Schlachtfelds schwä-cher erscheinen, als ihre Gegner, und wo sie einmalauf einem Kriegstheater stärker sind, daß untergeord-uete Führer ihre Überlegenheit nicht zu benutzen ver-