Wahrend die schwedischen Verstärkungen noch im An-marsch waren rückte Tilly über Tangermündc gegen dasLager von Werben an, und Fürstcnbcrg hatte Schwabenverlassen um sich mit seiner Armee entweder gegen denLandgrafen von Hessen zu wenden oder Tilly damit zuverstärken. Horn kam den 2b. Juli * **) ) bei Brandenburgan, verstärkte die Garnisonen von Brandenburg und Span-dau und setzte eilig seinen Marsch fort.
Den 27. Juli versuchte Tilly einen Angriff auf dasLager von Werben. Er fand die Stellung indessen zustark und ließ es bei dem Versuch bewenden, der ihmgleichwohl viel Menschen kostete "). Den 28. traf Horn
*) Sind die Angaben von Chcmnitz richtig, so konnten die dnrchAlexander Hamilton abgelösten Truppen nicht schon am 26. Juli bei Bran-denburg eintreffen, denn nach ihm langten die Schotten und Engländererst an diesem Tage im Sunde an. D. Herausg.
**) Eine ausführliche Erzählung dieses Gefechtes findet sich im GrimvardTh- H. S- 374 und ferner. Allein die ganze Erzählung hat viel Fabelhaf-tes und berechtigt um so mehr zum Mißtrauen, als sie sich in keinemSchriftsteller so findet. Auch kann der Verlust Tillys, wie Grimvard sagt,wohl nicht 6000 Mann betragen haben, denn sonst würde mau nie ange-standen haben, dieses Gefecht mit unter die großen Schlachten GustavAdolphs zu zählen; auch würde Tilly nicht den 29., nachdem GustavAdolph eine Verstärkung von 9000 Mann erhalten hatte, einen neuenVersuch gemacht haben den König aus seinem Lager zu locken, um ihmeine Schlacht zu liefern.
Die Anmerkung S- 300 im Franchcvillc beschränkt das Gefecht aufden Angriff der Stadt Werben und giebt auf diese Weise Ausschluß überdie fabelhafte Erzählung Grimoards, sie steht aber übrigens mit dem ita-lienischen Original in Widerspruch, nach welchem Werben wirklich genom-men worden ist f).
s) Chcmnitz erzählt: Tilly habe am 27. sich nur dicht vor dem La-ger in Schlachtordnung gestellt, dasselbe eine Weile beschossen, aber nichtangegriffen. Am 28 . Morgens habe die schwedische Kavallerie einen Aus-fall gethan, woraus die kaiserliche Infanterie ins Gewehr getreten, dieKavallerie aufgesessen und etwa 150 Mann von jeder Seite auf dem Platzegeblieben seien. Am 29. sei Lilly bereits mit seiner Hauptmacht wegen