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untreu zu werden. Der menschliche Verstand ist des Be-truges und des Irrthums fähig und im Dränge der Er-eignisse demselben mehr ausgesetzt als sonst. Der Cha-rakter muß also hier die Überzeugung fixiren und dererste Anblick des Gegenstandes nicht deswegen den Siegüber die vollendete Meditation davon tragen, weil die Far-ben in der Wirklichkeit lebendiger spielen als in der Erin-nerung, und es oft unmöglich ist in dem Moment desHandelns die ganze Ideenreihe wieder zu durchlaufen wo-durch man zu dem Resultat gelangt ist. Ein solches Re-sultat ist für uns der früher schon berührte Satz den wiruns erlauben hier noch einmal bestimmt auszusprechen:daß man wo möglich bedeutenden Alliirten stetsein eigenes Kriegstheater anweisen müsse, undzwar ein solches auf welchem sie die Gefahr deseigenen Landes zur thätigen Defensive nö-thigt und die Hoffnung zur Erringung direk-ter Vortheile znr thätigen Offensive reizt. Die-ser Lehrsatz gründet fich unmittelbar auf das Wesen desBündnisses und steht folglich so hoch daß man ihm alleandern Rücksichten unterordnen muß. Ob dies blos dieSpekulation eines müßigen Gehirns oder zugleich die Fruchtgroßer und bitterer Erfahrungen ist — wer ist darüber imZweifel? Gustav Adolphs Verfahren beruhte auf einerähnlichen Überzeugung und ungeachtet die Folge davon derpirnaische Friede war, so war dieser Nachtheil doch ge-wiß geringer als eine gehemmte Thätigkeit in den Haupt-bezirken des KriegStheatcrö *). Der wichtigste Grund mag
') Es, gab der Folge noch eine dritte Veranlassung diesem Griind-atze z» folgen. Gustav Adolph wollte den Franzosen nie den Krieg gegendas Haus Östreich in Deutschland verstatten, sondern er wies sie best,,»-