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gen begnügen. Aber man ist zu diesen Voraussetzungengezwungen, wenn man bedenkt was Turenne für ein kalter,vorsichtiger und behutsamer Mann war, daß er in seinenBerichten an Louvois und den König niemals eine Be-sorgniß über die Gefahr seiner Stellung äußert, und daßMontecuculi ihm in den sieben Wochen vom 11. Juni,wo sie an der Kinzig zusammentreffen, bis zum 27. Julinicht den kleinsten Vortheil abzugewinnen gewußt hat.
Wie wunderbar uns also auch Turenncs Aufstellungin diesen sieben Wochen vorkommen mag, so haben wirdoch kein Recht, uns mit der Kritik gegen ihn zu wemden, sondern wir müssen im Vertrauen auf seine Klugheitund Vorsicht, und gestützt auf den guten Erfolg anneh-men, daß sie, alles genau erwogen, nicht so gefährlich warund daß, was noch an Gefahr und Wagniß übrig bleibenkönnte,.in dem äußerst behutsamen, fast zaghaften, altern-den, langsamen, mehr politischen, als kriegerischen Charak-ter des Gegners sein Gegengewicht fand.
Nicht.eben die Rücksicht haben wir gegen Montecuculizu nehmen- und wenn wir von den Dingen absehen, diedurchaus individuell sind, wie sein Verhältniß zu Kaiserund Reich, zum Hofkriegsrath u. s. w. und uns darumeines absoluten Urtheils bescheiden müssen, so können wirdoch nicht anders als in unserm objektiven Urtheil überden Feldzug, den deutschen Feldherrn weit. unter der Höhefinden, die man ihm bisher aus Gefallen an dem vermeint-lichen Doppclmcisterstück dieses Fcldzugcö eingeräumt hat.
Es ist schon ein Feldherr, an dem das Handeln undbei dem die Überlegenheit ist, und der aus bloßer Behut-samkeit zu nichts kommt, deshalb wahrlich nicht zu loben',aber man kann wohl sagen, daß sich Montecuculi von An-