Buch 
9 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Gustav Adolph, Turenne, Luxemburg und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
260
JPEG-Download
 

260

moralische Verhältniß und eine Wichtigkeit auf die Waf-fenehre legen/ die zwar an sich richtig gefühlt und gedachtist, aber doch beweist/ wie wenig das übrige sachliche Ver-hältniß damals zu entscheiden pflegte; wie wenig dringendeGründe das Handeln bestimmten und wie wenig strengeFolge zwischen Mittel und Zweck stattfand.

Den 28. rückt Luxemburg gegen die Stellung Wil-helms III. vor. Diesem wurde besonders von dem hollän-dischen Abgeordneten eine Schlacht sehr widerrathen. Erwar nur in diesem Augenblick 56 Bataillone, 132 Schwa-dronen und 91 Geschütze stark. Luxemburg rückte mit98 Bataillonen, 201 Schwadronen und 71 Geschützen ge-gen ihn an, d. h. er war ihm um ein gutes Dritthcil über-legen. Wilhelm III. hatte vor sich das Schlachtfeld, wor-auf am folgenden Tage die Schlacht von Neerwinden ge-liefert wurde. Dieses bot eine Stellung dar, mit demrechten Flügel an der Gctte (kleinen Geete), mit dem lin-ken an dem Bach von Landen, worauf die Dörfer Laer,Neerwinden vor dem rechten und Rumsdorp vor dem lin-ken Flügel lagen und worin es ihm schien dem französi-schen Fußvolk mit großem Vortheil widerstehen, der Ka-vallerie den Angriff ganz unmöglich machen zu können.Er hoffte die französische Infanterie sollte sich an den star-ken Punkten von Laer und Neerwinden so zu Grunderichten, wie die seinige sich das Jahr vorher an dem Punktvon Steenkerke zu Grunde gerichtet hatte. Die Erinne-rung an dieses unglückliche Gefecht und der Wunsch dieseScharte auszuwetzen, waren es wohl hauptsächlich, welcheihn bestimmten, die Schlacht anzunehmen. Er gab denholländischen Abgeordneten vor, die Schwierigkeit des Rück-zugs über die Gette sei zu groß und versprach ihnen, sich