Buch 
8 (1835) Der Feldzug von 1815 in Frankreich : hinterlassenes Werk / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
96
JPEG-Download
 

96

beider Schlachtfelder es sehr ungewiß machte ob die Mit-wirkung Neys auch wegen der Zeit noch möglich sei, sokann man diese Mitwirkung niemals als einen wesentlichenTheil seines Schlachtplanes ansehen und (wie Bonaparteuns glauben machen will) es nur für einen unglücklichenZufall, für eine Verstümmelung des ursprünglichen Planeshalten daß die preußische Armee nicht von vorn und vonhinten zugleich angegriffen wurde welches Bonaparte als ih-ren ganz unfehlbaren Untergang betrachtet.

2. Daß Bonaparte anstatt die sich selbst darbietendepreußische rechte Flanke zu umgehen und eine Kolonne überWagnelee vordringen zu lassen, es vorzog mit der 2tenKolonne auf Ligny zu gehen, ja in dieser Richtung denHauptstoß zu thun, kann man also auch nicht als einenPlan ansehen der aus jenem Rückenangriffe Neys hervor-ging und in Gemeinschaft mit diesem zum Untergänge derpreußischen Armee führen sollte, sondern diese Richtung sei-nes Hauptstoßes hat wohl folgende Gründe:

u. So wie Bonaparte die preußische Stellung sahhatte die preußische Armee ihren rechten Flügel im eigent-lichen St. Amand, in Ligny die Mitte, in Sombres denlinken Flügel. St. Amand -la-Haye schien schon in demRücken des rechten Flügels zu liegen. Er glaubte alsowenn er St. Amand angriffe und eine Division nach laHaye marschiren ließe, so liege darin schon ein umfassenderAngriff des rechten Flügels; damit wollte er nun den An-griff der Mitte verbinden damit das Gefecht nicht aufeinem zu schmalen Raume geführt, der Widerstand derPreußen dadurch zu nachhaltig und zu dauernd würde.

d. Der Stoß auf Ligny mußte dem preußischen rech-ten Flügel gefährlich werden, es ließ sich also erwarten daßer den dortigen Widerstand erschüttern würde. Es konnte

auch