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der Winterquartiere in Böhmen würde immer ein gewagtesDing gewesen sein. So kann man sich den Plan des Kö-nigs vollkommen in dem Sinn einer Kriegskunst erklären,die zwar nicht zaghaft, sondern im Augenblick der Gefahrsehr entschlossen, aber übrigens vorsichtig ist und die sehrabgemessenen Kräfte gut zu schonen weiß.
Im Feldzuge von 1745 gegen die böhmische Armeebeschloß Friedrich der Große auf der Vertheidigung zubleiben; in diesem Sinn lieferte er die brillante Schlachtvon Hohenfricdbcrg am Fuß der Gebirge und folgte denÖstreichern nur bis an die Elbe, um die nächsten Gegen-den auszuzehren, auf Feindes Unkosten zu leben, und diefeindliche Armee zu verhindern, die Winterquartiere zu be-ziehen. Die Schlacht bei Soor lieferte der König, theilsweil er von den Östreichern etwas überfallen war undnicht gut zurück konnte, theils um seines politischen undmoralischen Gewichtes willen. Seine Siege sollten ihmnicht nur Länder, sondern auch neuen Respekt verschaffen.Er blieb, wie er selbst sagt, blos um der Ehre willen fünfTage auf dem Schlachtfelde und zog sich dann langsam"nach Schlesien zurück.
In dem Winterfeldzuge von 1745 gegen die Armeein Sachsen will der König den Plan der östreicher undSachsen gegen Berlin und die Mark zu Schanden ma-chen; er stellt unter dem Fürsten von Anhalt eine Armeebei Halle auf und beschließt mit einer andern aus Schle-sien, ihnen, wenn sie durch die Lausitz ziehen würden, indie Flanke zu fallen. Es war ihm blos um ein Abweh-ren des Stoßes zu thun, aber freilich auf eine Art, dieihm durch einen neuen Sieg neues Gewicht verschaffte.Er überfällt mit der schlesischen Armee die Quartiere desPrinzen von Lothringen in der Gegend von Görlitz, nimmt