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bestehen. Wenn man Geld und Zeit hatte, so konnte maneine Armee vergrößern, aber sie unmittelbar aus dem Bo-den einer Provinz hervorzurufen, war eine unbekannte Sache.
Daß der König Ostpreußen aufgegeben habe, um seinKriegstheater mehr abzurunden, ist gewiß eine falsche Vor-aussetzung, denn es mußte ihm doch viel angenehmer sein,den Krieg gegen die Russen bei Königsberg ' als bei Cü-strin zu führen; und zum Abrunden kam eö ja von selbst,wenn Preußen nach und nach verloren ging. Da derFeldzug von 1757 die Nützlichkeit der Lehwaldschen Armeedaselbst, trotz der verlorenen Schlacht gezeigt hatte, weildie Russen, wenn sie nicht da gewesen wäre, doch ohneZweifel ein Jahr früher Besitz von dieser Provinz genom-men haben würden ; so wäre nichts natürlicher gewesen, alses im zweiten Jahr wieder zu versuchen, denn in diesemAbwarten liegt ja einer der größten Vortheile des Ver-theidigers. So würde es sich auch von selbst gemacht ha-ben, hätte man damals die Überzeugung gehabt, daß eingrößeres Land auch unmittelbar eine größere Streitkraftgiebt. Aber damals war, wie gesagt, die Armee ein In-strument der Regierung, welches nur durch den engen Ca-nal des Schatzes, der Werbung und der Centralverwal-tung mit dem Volk zusammenhing. Der Besitz eines grö-ßer» Landes hatte Einfluß darauf, aber keinen unmittel-baren. Hatten kleine Staaten große Heere wie Preußen,so war es nur zum kleinen Theil die Folge größerer Na-tionalanstrengung und mehr die Folge einer eigenen In-dustrie der Regierung; das erforderte Zeit und ließ sichnicht erzwingen. Nun brauchte der König die Armee ge-gen die Schweden und sie marschirte also nach Pommern.
So schnitt Friedrich der Große sein Kriegötheater zunach der Größe seiner Armee, statt daß man jetzt die