Buch 
10 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Sobiesky, Münich, Friedrich dem Grossen und dem Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
117
JPEG-Download
 

117

Der Erfolg ist im ersten Augenblick über alle Maaßen groß,denn so kann man es wohl nennen, wenn in der erstenViertelstunde 70 Kanonen erobert werden, und ein Drit-theil der Stellung; und dennoch kann der König hier nichtwie bei Zorndorf den Sieg erhalten. Fragen wir zuerstwas in Beziehung auf diese beiden Schlachten den Unter-schied des Erfolges verursacht haben mag.

Drei Umstände find wir berechtigt in dieser Bezie-hung geltend zu machen.

Der erste. Die Russen sind allerdings in einer ver-nünftigern Anordnung aufgestellt, als bei Zorndorf; dennzwei Drittheil der Armee (inclusive Laudon) haben an demersten Akt, der Niederlage des russischen linken Flügels,keinen Theil, und sind wahrend derselben keinem Feuer aus-gesetzt, also ganz intakt, kommen mit frischen Kräften an,wahrend bei Zorndorf gleich das Ganze afficirt war.

Der zweite. Der König hat seine Kavallerie nichtauf einem Punkt, wo er von ihr Gebrauch machen kann;sie wird durch das bloße Kanonenfeuer geschlagen, ist ganzunnütz; wahrend sie bei Zorndorf die ersten Erfolge derInfanterie so vortrefflich benutzte.

Der dritte. Es ist nicht derselbe kommandirendeGeneral, nicht Fermor, sondern Soltikof und Laudon.

Freilich sollte sich das schon in den Anordnungen zei-gen, und wenn man von diesen gesprochen hat, sollte mannicht noch vom Urheber derselben zu sprechen haben; aberwer kann die Einwirkungen des kommandirenden Generalsbis inö kleinste Detail verfolgen? Durch diese drei Umständescheint uns die Verschiedenheit des Erfolges bei der Schlachtwenigstens so weit erklärt, daß sich nichts Widersprechen-des mehr darin zeigt.

2. Diese Schlacht zeigt noch deutlicher als die von