Buch 
10 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Sobiesky, Münich, Friedrich dem Grossen und dem Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
129
JPEG-Download
 

129

nun die Idee einer Vereinigung mit dem Könige auf.Unterdeß hat die Reichsarmee nach einer Belagerung vonacht Tagen Dresden den 4. September eingenommen. DerKönig trotz seiner Schwache hat von Lübben aus den Ge-neral Wunsch zum Entsatz abgesendet/ dieser kommt zuspat/ wird aber durch den General Fink bis auf 10/000Mann verstärkt/ und setzt sich nun der Reichsarmee beiTorgau entgegen/ die unterdeß auch noch durch den Ge-neral Haddick verstärkt worden ist.

Prinz Heinrich faßt nun/ nämlich Mitte September/den Entschluß/ auf Dauns rechten Flügel zu drücken unddurch Streifereien in Böhmen seine Magazine zu zerstören.Obgleich dies von keiner sonderlichen Wirksamkeit ist/ sobringt es doch den Feldmarschall Daun auf der Stellenach Bautzen zurück. Dieser Rückzug Daunö veranlaßtauf der andern Seite die Russen sich der Oder zu naher»/zwar versprechen sie ihm noch Glogau zu belagern/ undwerden zu dem Ende wirklich durch 10/000 Mann vonder Daunschen Armee verstärkt/ allein ihr Hauptzweck ist/an die Oder zu komme»/ und es ist nicht schwer zu be-merken/ daß Soltikof beschlossen hat/ für diesen Feldzugnichts weiter zu thun. Sie marschiren über Naumburg/Neustädte! nach Beuchen an der Oder; der König läßtsich durch einige tausend Mann von der schlesischen Armeewieder verstärken/ und bleibt ihnen immer zur Seite/ weiler besorgt ist/ sie könnten auf das schwachbesetzte Glogaueinen glücklichen Handstreich ausführen.

Daun hat sich indessen dem Prinzen Heinrich entge-gengestellt/ und rückt jetzt gegen Görlitz vor/ um ihn wei-ter zurückzudrücken; Prinz Heinrich aber/ welcher den Ge-neral Fink bei Torgau durch eine große Übermacht be-droht weiß/ fürchtet nichts für Schlesien (wie wohl manx 9