Torgau und der Gegend bis zum Erzgebirge; selbst Frei-berg überließ man ihm. Die östreichische Armee scheint ineiner sehr schlechten Verfassung gewesen zu sein, wenn mandie Verwirrung und Noth sieht/ die selbst beim lascyschenCorps in Meisten herrschte. Hiernach zu urtheilen undda Daun den Befehl selbst nicht wieder übernommen hatte,würde es dem Könige höchst wahrscheinlich gelungen sein,die östreichische Armee ganz aus Sachsen zu vertreiben,wenn er schneller gefolgt wäre und stärker gedrückt hätte,dann fiel Dresden in den ersten Wochen des Winters.Des Königs Verweilen bis zum 7. Oktober in seinerStellung bei Hohengiersdorf muß ihm als ein Fehler an-gerechnet werden; wäre er aufgebrochen, sobald er dieRichtung Lascys kannte, d. h. spätestens den 3. Oktober,so ging Berlin nicht verloren. Die feindlichen Corps anStatt durch feine Ankunft den 12. von Berlin abzumar-schiren, würden schon den 8., d. h. vor Einnahme derStadt, ihren Rückzug angetreten haben. Dieser kurzeVerlust Berlins kostete dem Könige einige 1000 Mann,der Stadt zwei Millionen Thaler und dem Staate viel-leicht auch eine Million an verlorenen Effekten; das warAlles nicht ganz leicht zu verschmerzen.
Indessen ist ein Verweilen von ein Paar Tagen mehroder weniger immer ein trügliches Objekt für eine Kritik,die sechszig Jahr später auftritt, und sie darf nicht zu vielBedeutung darauf legen. Es sind also nur zwei Gegen-stände in des Königs Feldzug, die sich die Kritik nichtwohl erklären kann; der erste ist die unnütze Verwendungder heinrichschen Armee gegen die Russen zu einer Zeitwo diese noch gar nicht in Wirksamkeit treten konnten;der zweite der allzugroße Werth, den der König auf dieStellung von Landshut legte. Daß er eine Stellung die