Buch 
10 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Sobiesky, Münich, Friedrich dem Grossen und dem Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
154
JPEG-Download
 

dieser Manier ihren meisten Vortheil zu finden. Es war,wie daö in Kriegen, die nicht mit der vollen Gewalt desElements geführt worden, immer ist, ein gegenseitiges Zu-schieben der Initiative.

Zweitens wollten fie das in Sachsen Errungene, näm-lich Dresden, nicht wieder verlieren. Dies war das nächsteZiel, ob fich mehr erreichen lassen würde, blieb den Um-ständen anheimgestellt. Um jene Zwecke sicherer zu er-reichen, wollten fie, wie immer, die Mitwirkung der Rus-sen abwarten. Die Östreicher schätzten nämlich des KönigsStreitkräfte den ihrigen ziemlich gleich, und wenn manweiß daß eine kleine Überschätzung des Gegners im Kriegegewöhnlich ist, so wird man fich nicht darüber wundern.Auf die Reichöarmee rechneten fie nicht viel; zur Offensivegehört Überlegenheit, zur größeren Sicherheit des Erfolgesgehört wieder Überlegenheit, es ist also in der That nichtsehr zu verwundern wenn sie daö Auftreten der Russenabwarten wollten. Um die Wirksamkeit dieser Verbünde-ten zu verstärken, ihrer fich mehr zu versichern, wolltensie dieselben nach Schlesien haben, um den gewaltigenZwang, welcher im Jahre 1759 durch die Lage der KriegS-theater in dem gemeinschaftlichen Handeln eingetreten war,zu heben, und diese Gemeinschaft natürlicher zu machen.Auch daö wäre natürlich gewesen, wenn die Östreicher nichtdabei einen großen Irrthum begangen hätten. Sie über-sahen , daß wenn sie sich auf Böhmen, die Russen abersich auf die untere Warthe basiren wollten, diese Vereini-gung beider Armeen in Schlesien immer höchst gezwungenund schwierig bleiben und dem König die Mittel lassenwürde, sich leicht zwischen beide hineinzuschieben und so dieGemeinschaft aufzuheben, und in diesem Fall war ein na-hes Beieinanderftin beider Verbündeten mehr schädlich als