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Vortheilhaften Machtverhältnisses denkbar war/ daß aber injeder andern Beziehung dieser Vortheil illusorisch wurde/wenn Laudon vorsichtig blieb.
In der That muß sich der Fall im Kriege öfter er-eigne»/ daß ein Feldherr der nicht mehr Stärke genug hat/nach irgend einer Seite hin einen ernstlichen Angriff zuunternehme«/ und der sein Heil hauptsächlich von derSchonung seiner Kräfte erwarten muß/ ein augenblicklichesgünstiges Machtverhältniß gar nicht mehr benutzen kann/wenn die Gegner ihm nicht durch ihre Fehler Gelegenheitdazu geben. Je schwächer man im Kriege ist/ um so mehrmuß man von den Fehlern der andern leben.
Aber es gab doch wohl noch einen Punkt/ auf demFriedrich der Große eines wirksamen Angriffs fähig ge-wesen wäre/ und das war Sachsen. Hätte der Königseine schlesische Festungen blos mit starken Besatzungen ver-sehen und sich vor der Hand um die Russen gar nicht be-kümmert/ so würde er im Monat Mai in Sachsen ohneSchwierigkeit mit 80/000 Mann haben auftreten können.Die Reichsarmee war damals noch nicht bei der Hand/und Daun allein dieser Macht gewiß nicht gewachsen.Ein entschiedener Angriff auf die Stellungen von Maxenund Dippoldöwalde würde Daun gewiß aus seinem Lagerhinter dem plauenschen Grunde vertriebe»/ und dem Kö-nige vielleicht einen entschiedenen Sieg verschafft haben;dann war die Belagerung Dresdens ein Gegenstand/ dergar nicht außer seinem Vermögen lag. Aber freilich mußman sagen/ daß die östreicher auch nach einer VerlornenSchlacht alles aufgeboten haben würde»/ Dresden zu ent-setzen/ und daß/ wenn dies gelang/ dem Könige am Endevon dieser Unternehmung nichts übrig geblieben wäre/ alseine beträchtliche Schwächung seiner Streitkrast.