207
um einem ernstlichen Angriff zu widerstehen, da die rechteFlanke dort auch noch ihre eigene Vertheidigung brauchte.Es gehört darum diese Stellung zu denjenigen, in wel-chen man nicht einen absoluten Widerstand beabsichtigt,sondern nur gewisse äußerste Verhältnisse abwarten will.Sie nähert sich sehr der Natur einer sogenannten Po-stirung. In solcher Beziehung aber ist sie ganz ausge-zeichnet. Die steil eingeschnittenen Thäler der Triebscheund der Mulde umgeben die Front und rechte Flanke imAllgemeinen so, daß dadurch der Feind im Vorrücken aufwenige Defileen beschränkt ist; die eigentliche Stellung derTruppen aber befindet sich auf sehr vortheilhastcn Höhenund ist in der rechten Flanke noch durch einen andern dichtunter ihrem Feuer hinlaufenden Grund gedeckt. Die linkeFlanke stützt sich an die Elbe. Da in Beziehung auf dieRückzngöstraße der rechte Flügel vorgeschoben und der linkezurückgezogen ist, die linke Flanke aber wegen der Elbenicht umzogen werden kann, so ist der Rückzug auf dasBeste gedeckt, und man kann verhältnißmäßig sehr langein dieser Stellung ausharren. Dabei ist die Front voll-kommen zu übersehen. Diese Stellung würde also in denoben angegebenen Beziehungen auch noch heutiges Tagessehr gesucht bleiben.
Freilich sind diese Stellungen alle drei nicht vor ei-nem Anfall sicher, wenn ein Bonaparte an der Spitzeeiner bonapartischen Armee steht. Da man nun selbst beiden beiden ersten sich auf den Angriff zwar gefaßt machen,ihn aber doch nicht grade wünschen wird, so ist gegen ei-nen solchen Feind immer wohl zu überlegen, ob man sichin eine Lage versetzen soll, wo es auf Sein und Nicht -Sein ankommt.