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§. 74.
Strategisches Manyvriren.
Der König suchte die Vereinigung der Östreicher undRussen durch Zwischenstellungen zu verhindern. Dasselbehatten die Östreicher im vorigen Jahr gegen den Königgethan, als er sich mit seinem Bruder Heinrich vereinigenund die Verbindungen mit seinen Festungen wieder gewin-nen wollte; aber die Östreicher hatten bei ihrer großenÜberlegenheit das Mittel, mit drei oder vier einzelnen Po-sten dem Könige den Weg auf eine geraume Strecke sper-ren zu können. Der König, welcher dazu zu schwach war,wollte vereinigt bleiben, und es blieb ihm also nichts übrig,als gute Beobachtung des Feindes und schnelle Marsche.
Diese Bewegungen brachten ein strategisches Manö-vriren hervor, welches vom 19. Juli, dem Tage wo Lau-don aus dem Gebirge nach Frankenstein rückte, bis zum15. August, also etwa vier Wochen dauerte.
Daß in dieser Zeit die Vereinigung, die Absicht derbeiden feindlichen Armeen, und die Verhinderung derselbendie Absicht des Königs gewesen, daß zu diesem Behuf dieBewegungen beider Armeen gemacht worden sind, ist na-türlich in seiner Totalität ein unbestrittenes historischesFaktum; und wenn man das Resultat daraus nimmt,so besteht dasselbe in einer vierzehntägigen Verzögerungdieser Vereinigung; denn nach den Märschen welche dieRussen zur Vereinigung in Ober-Schlesien noch zu thunhatten, hätte dieselbe etwa anfangs August erfolgen kön-nen, und durch die eingetretene Verhinderung wurde siebis zum 15. August verzögert.
Groß war dies Resultat nicht, indessen war es immerder Mühe werth bei Feinden, die, wie die Russen, nur
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