Buch 
10 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Sobiesky, Münich, Friedrich dem Grossen und dem Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
210
JPEG-Download
 

210

Vereinigung verhütete, im Fall sie über Ohlau hätte statt-finden sollen, welches der König nun als den nächsten Übcr-gangspunkt betrachten mußte. Laudon war in sein Lagervon Frankenstein zurückgezogen. Den 9. machte er einenMarsch von sieben Meilen bis Kunzendorf und Striegau.Der König erfuhr noch in der Nacht seine Ankunft inder Gegend von Schweidnitz, und marschirte hierauf nachKanth. Hier blieb der König, in Ungewißheit über daswas seine Gegner thaten, einen Tag stehen, in der Hoff-nung, Laudon angreifen zu können wenn er sich aus demGebirge hervorwagte. Den 11. ging Czernitfchef mit derrussischen Avantgarde bei Leubus über die Oder, den 12.folgte die Armee und nahm ein Lager bei Parchwitz mit demRücken gegen die Katzbach, wo fle den 13. und 14. blieb.Den 12. ging der König nach Ober- Mois in die Gegendzwischen Neumark und Jauer, den 13. wandte er sich ge-gen Jauer, in der Hoffnung Laudon dort zu treffen, undkehrte den 14-, da dies vergeblich war, nach seiner altenStellung zurück.

Diese Stellung schien mehr berechnet, eine Vereini-gung zu verhindern, wenn die Ruffen bei Auras über dieOder gegangen wären, als jetzt, da sie bei Leubus über-gegangen waren, und sich seit zwei Tagen bei Parchwitzgelagert hatten.

Der König stellt es in seinen Werken auch so vor,- daß er bis zum 15. über den Übergang der Russen invölliger Ungewißheit gewesen sei. Nach Tempelhoff erfuhrindessen der König den Übergang der Russen am 13. durchden General Möllendorff mit der höchsten Wahrscheinlich-keit; und in der That war es kaum begreiflich, wie dieRuffen sich schon zwei Tage diesseits der Oder befundenhaben konnten, ohne daß der König etwas davon erfahren