Dieser Sieg hatte den gewünschten Erfolg. DieReichsarmee zog sich in verschiedenen Stationen, aufFrauensiein, Altenberg nach Pirna zurück. Prinz Heinrichschickte den General Kleist nach Böhmen, wo derselbe inden ersten Tagen Novembers in Saatz ein beträchtlichesMagazin zerstörte; dann wurde dieser General vom Kö-nige Mitte November nach Franken geschickt, wo er bisNürnberg ging, überall Contributionen eintrieb und vonwo er im Dezember nach Sachsen zurückkehrte.
Der König besetzte nun mit seiner Armee ganz Sach-sen bis an die böhmische und fränkische Grenze.
So schloß sich dieser letzte Feldzug und das Re-sultat war, daß der König für die Grafschaft Glatz,die in den Handen der Östreicher war, ganz Sachsenmit Ausnahme von Dreöden als Äquivalent beim Friedenanzubieten hatte.
Wenn man diesen Feldzug des Prinzen Heinrich,welcher so sehr das Gepräge seiner Zeit trägt, mit denFeldzügen der neuesten Zeit vergleicht, so tritt sein Cha-rakter deutlicher hervor, und man möchte sagen, daß er inzaghafter Manier von der höchsten Verwegenheit war.
§. 80 .
Gebirgsstellungen.
Das so verrufene Cordonsystem, welches man ge-wöhnlich als eine Erfindung der neuern Zeit ansieht, ent-steht aus den Aufstellungen im Gebirge immer mehr oderweniger von selbst; daher ist es auch so alt als der Kriegselbst, nur daß es in Zeiten, wo man mit den Heereneinen Gebirgsboden als etwas mit einer ausgebildeten