von den Staaten ausgefertigter Marschpatente. Kurz nieist ein Krieg aus Verhältnissen hervorgegangen, die so insich widersprechend, so unbestimmt und verworren, so we-nig eine entschiedene Stellung zweier feindlichen Parteien undInteressen waren. Dabei fehlte es aber nicht an dem ei-gentlichen Prinzip des Krieges, an Haß und Feindschaft,es haben sich vielleicht nie zwei politische Parteien zu hö-herer Leidenschaft gegen einander gesteigert, als die Ora-nier und Patrioten; aber diese Leidenschaft durchzuckte nureinzelne Theile und konnte nie dazu kommen, dem Ganzeneinen gleichmäßigen Ton der Kraft zu geben.
So blieben die Sachen zwei Jahre hindurch in einerArt von Spannung und Erwartung. Die Republikanerrüsteten sich und steigerten ihre Widerstandsfähigkeit beson-ders durch eine Art von Volksbewaffnung in Bürgerkom-pagnien, welche Genossenschaften, Schützenkompagnien u. s. w.hießen, und in welche sich meistens das Gesinde! der nie-drigsten Volksklasse hatte einstellen lassen.
Der Rheingraf von Salm, welcher früher schon inholländischen Diensten gestanden hatte, trat in den Dienstder republikanischen Partei und errichtete ein Corps von10- bis 12,000 Mann. Einige Regimenter der frühernArmee blieben gleichfalls bei der republikanischen Parteiund es kam auf diese Weise eine Macht von einigen20,000 Mann heraus. Bei Frankreich wurde für denFall eines Angriffs von Außen um Hülfe nachgesucht, dieauch mit einzelnen Offiziers, mit Artilleristen, vielleicht auchmit Geld schon vorläufig gewährt, mit dem eigentlichen,im Traktat von 1785 zugesagten Hülfscorpö aber nur ver-sprochen wurde, ohne daß man Anstalten dazu machen sah.
Die oranische Partei dagegen that zu ihrer Vewaff-nung gar nichts. Die Truppen welche dem Prinzen gefolgt