278
100 Mann bestanden; das Fort Nieuwersluis war verhält-nißmäßig sehr stark besetzt/ nämlich mit 800 Mann, aberhier fehlte es an Lebensmitteln / denn der Commandantbrauchte dies schon am zweiten Tag der Einschließung zumVorwand der Übergabe. Die auf den Dämmen bei denBrücken angelegten offenen Verschanzungen waren meistensvon sehr starkem Profil und guter Einrichtung; sie warensehr stark mit Geschütz besetzt/ so daß ein solcher Dammoft durch 6 bis 8 Geschütze bestrichen wurde. DieBesatzungen waren hinreichend/ aber freilich die Befehls-haber und die Beschaffenheit der Truppen war sehr un-gleicher Art. Aber ein Hauptumstand war/ daß die Über-schwemmung nicht überall schon gehörig vorbereitet und ein-getreten war. Eine so kostbare Maßregel hatte man biszum letzten Augenblick verschoben und es wurde/ als MitteSeptember's die preußischen Truppen anrückten/ noch anvielen Stellen an dem Durchstechen der Dämme und demEinrichten der Schanzen gearbeitet und diese Arbeit durchdie vorrückende Spitze der preußischen Truppen gestört/was namentlich von dem zwischen Leck und Waal liegendenTheil der Überschwemmungslinie gilt.
Amsterdam selbst war einer Vertheidigung schon darumnicht fähig/ weil eine so reiche Handelsstadt ein Bombar-dement mehr als alles gefürchtet haben würde.
Hiernach scheint es/ so viel sich daö in Entfernungvon Zeit und Ort beurtheilen läßt/ daß die Vertheidigungö-anstalten an einigen Punkten wohl eingerichtet/ an andernaber vernachläßigt waren/ und für die geraume Zeit/ welchedie republikanische Partei darauf verwenden konnte/ nichtein so vortheilhastes Resultat darboten, als erwartet wer-den konnte.