Buch 
10 (1837) Strategische Beleuchtung mehrerer Feldzüge von Sobiesky, Münich, Friedrich dem Grossen und dem Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und andere historische Materialien zur Strategie : hinterlassene Werke / des Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
303
JPEG-Download
 

Die Einsetzung der alten Magistrate, die Entwaffnung derFreicorps und die Beitretung zu den im Haag gefaßtenBeschlüssen, wobei sich namentlich die Zurückbcrufung derErbstatthalterin befand, fand immer noch Anstoß bei demKern der patriotischen Partei, und die Generalsiaaten selbsthatten zu viel Respekt vor dem Gewicht von Amsterdam,um entscheidend einzugreifen. Die Sache war wohl, daßsie selbst es nicht ungern sahen, wenn durch den hartnäcki-gen Widerstand Amsterdam's das Verlorne einigermaßeneingebracht, und dem oranisch-preußischen Druck einiger-maßen ein Gegengewicht angelegt werden könnte. DerHerzog mußte also, wollte er der Würde seines Hofesnicht zu viel vergeben, auf ein weiteres Vorrücken gegenAmsterdam, d. h. auf einen Angriff der letzten Vertheidi-gungslinie denken, durch deren Sprengung er hoffen durfteder widerspenstigen Stadt nahe genug zu kommen, um siemit einem Bombardement bedrohen zu können.

Den 25. September. Der Herzog rekognoscirtein dieser Absicht den Posten von Amsielveen, und hattemit dem General Kalkreuth eine Unterredung in Abkoude,weil dieser den linken Flügel der feindlichen Linie besterkannte, und worin sie vorläufig den Plan des Angriffs be-sprachen, der den 1. Oktober zur Ausführung kam.

Den 26. September. Eine Deputation aus Am-sterdam macht neue Versuche zum Vergleich, die aber vornHerzog nicht angenommen werden.

Der Kommandant der Festung Wesep, aufgefordertdurch den Erbstatthalter, übergiebt den Platz den Preußenund tritt in die Dienste des Erbstatthalterö zurück.

Naarden wurde ebenso aufgefordert; der GeneralRyssel legte hierauf seine Stelle nieder; der Oberst Mathawurde von der Defenökommission zum Kommandanten