Band 
Erster Theil.
Seite
13
JPEG-Download
 

13

Kräfte in der Zeit entgegen ist. Nun könnte dieß anund für sich kein Grund fein, die Steigerung der Anstren-gungen für die erste Entfcheidung zu ermäßigen, weil eineungünstige Entfcheidung immer ein Nachtheil ist, dem mansich nicht absichtlich aussetzen wird, und weil die erste Ent-scheidung, wenn sie auch nicht die einzige bleibt, doch umfo mehr Einfluß auf die folgenden haben wird, je größersie gewesen ist; allein die Möglichkeit einer spätern Ent-fcheidung macht, daß der menschliche Geist sich in feinerScheu vor allzugroßen Anstrengungen da hinein flüchtet,also bei der ersten Entfcheidung, die Kräfte nicht in demMaaß sammelt und anstrengt wie sonst geschehen seinwürde. Was jeder der beiden Gegner aus Schwäche unter-läßt, wird für den Andern ein wahrer objektiver Grundder Ermäßigung, und fo wird, durch diese Wechselwirkung,wieder das Streben nach dem Äußersten auf ein bestimm-tes Maaß der Anstrengung znrückgeführt.

9. Der Krieg ist mit seinem Resultat nie etwas Absolutes.

Endlich ist selbst die Totalentfcheidung eines ganzenKrieges nicht immer für eine absolute anzusehen, sondernder erliegende Staat steht darin oft nur ein vorüberge-hendes Übel, für welches, in den politischen Verhältnissenspäterer Zeiten, noch eine Abhilfe gewonnen werden kann.Wie sehr auch dies die Gewaltsamkeit der Spannungund die Heftigkeit der Kraftanstrcngung mäßigen muß,versteht sich von selbst.

10. Die Wahrscheinlichkeiten des wirklichen Lebens tretenan die Stelle des Äußersten und Absoluten der Be-griffe.

Auf diese Weife wird dem ganzen kriegerischen Akte dasstrenge Gesetz der nach dem Äußersten getriebenen Kräfte