genommen. Wird das Äußerste nicht mehr gefürchtet undnicht mehr gesucht, so bleibt dem Urtheil überlasten, stattseiner, die Gränzen für die Anstrengungen festzustellen,und dies kann nur aus den Datiö welche die Erscheinun-gen der wirklichen Welt darbieten, nach Wahrschein -lichkeitS-Gesctzen geschehen. Sind die beiden Gegnernicht mehr bloße Begriffe, sondern individuelle Staatenund Regierungen, ist der Krieg nicht mehr ein idealer,sondern ein sich eigenthümlich gestaltender Verlauf derHandlung: so wird das wirklich Vorhandene die Dataabgeben für das Unbekannte, zu Erwartende, was gefun-den werden soll.
Aus dem Charakter, den Einrichtungen, dem Zu-stande, den Verhältnissen des Gegners, wird jeder der bei-den Theile, nach Wahrscheinlichkeit-Gesetzen, auf dasHandeln des andern schließen, und danach das scinige be-stimmen.
11. Nun tritt der politische Zweck wieder hervor.
Hier drängt sich nun von selbst ein Gegenstand vonNeuem in die Betrachtung den wir (s. Nr. 2.) darausentfernt hatten: es ist der politische Zweck des Krie-ges. Das Gesetz des Äußersten, die Absicht den Gegnerwehrlos zu machen, ihn niederzuwerfen, hatte diesen Zweckbisher gewissermaßen verschlungen. So wie dieses Gesetzin seiner Kraft nachläßt, diese Absicht von ihrem Zielzurücktritt, muß der politische Zweck des Krieges wiederhervortreten. Ist die ganze Betrachtung ein Wahrjchcin-lichkeits-Kalkül, aus bestimmten Personen und Verhältnis-sen hervorgehend, so muß der politische Zweck als dasursprüngliche Motiv ein sehr wesentlicher Faktor indiesem Produkt werden. Je kleiner das Opfer ist, welches