Band 
Erster Theil.
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Frieden zu schließen. Da nun nach unserer Überzeugungdie Überlegenheit der Vertheidigung (richtig verstanden)sehr groß/ und viel größer ist/ als man sich beim erstenAnblick denkt: so erklärt sich daraus ein sehr großer Theilder Stillstands-Perioden welche im Kriege vorkomme«/ohne daß man genöthigt ist/ dabei auf einen innern Wider-spruch zu schließen. Je schwächer die Motive des Han-delns sind/ um so mehr werden ihrer/ von diesem Unter-schied von Angriff und Vertheidigung/ verschlungen undncutralisirt werde«/ um so häufiger also wird der kriegeri-sche Akt inne halten; wie die Erfahrung dies auch lehrt.

18 . Ein zweiter Grund liegt in der unvollkommenenEinsicht des Falles.

Aber es giebt noch einen andern Grund/ welcher denkriegerischen Akt zum Stehen bringen kann/ nämlich dieunvollkommene Einsicht des Falles. Jeder Feldherr über-sieht nur seine eigene Lage genau/ die des Gegners nurnach ungewissen Nachrichten; er kann sich also in seinemUrtheil darüber irren und in Folge dieses Irrthums glau-ben/ das Handeln sei am Gegner wenn es eigentlich anihm ist. Dieser Mangel an Einsicht könnte nun zwar ebenso oft ein «»zeitiges Handeln als ein unzeitiges Innehaltenveranlassen/ und würde also an sich nicht mehr zur Ver-zögerung als zur Beschleunigung des kriegerischen Aktesbeitragen; aber immer wird es als eine der natürlichenUrsachen betrachtet werden müsse»/ welche den kriegerischenAkt ohne inneren Widerspruch zum Stehen brin-gen können. Wenn man aber bedenkt/ daß man immerviel mehr geneigt und veranlaßt ist/ die Stärke seines Geg-ners zu hoch, als sie zu gering zu schätzen, weil es so inder menschlichen Natur ist, so wird man auch zugeben.