Wir wollen bei dieser Fakultät und Würde des Gei-stes einige Augenblicke verweile»/ um die Berechtigung nä-her nachzuweisen/ und den Inhalt des Begriffs näher ken-nen zu lernen. Aber wir können nicht bei dem/ durchein sehr gesteigertes Talent graduirteN/ bei dem eigentli-chen Genie stehen bleiben/ denn dieser Begriff hat jakeine abgemessenen Gränzen/ sondern wir müssen überhauptjede gemeinschaftliche Richtung der Seelenkräfte zur krie-gerischen Thätigkeit in Betrachtung ziehen/ die wir dannals das Wesen des kriegerischen Genius ansehenkönnen. Wir sagen die gemeinschaftlichen/ denn darinbesteht eben der kriegerische Genius / daß er nicht eine ein-zelne dahin gerichtete Kraft/ z. B. der Muth/ ist,/ währendandere Kräfte des Verstandes und Gemüthes fehle»/ odereine für den Krieg unbrauchbare Richtung haben: sonderndaß er ein harmonischer Verein der Kräfte ist/wobei eine oder die andere vorherrsche»/ aber keine wider-streben darf.
Wenn jeder Kämpfende vom kriegerischen Geniusmehr oder weniger beseelt sein sollte/ so würden unsereHeere wohl sehr schwach sein; denn eben weil daruntereine eigenthümliche Richtung der Seelenkräfte verstan-den wird/ so kann ste da nur selten vorkomme«/ wo ineinem Volke die Seelenkräfte nach so vielen Seiten hinin Anspruch genommen und ausgebildet werden. Je we-niger verschiedenartige Thätigkeiten ein Volk aber hat/' jemehr die kriegerische bei demselben vorherrscht/ um so mehrmuß sich auch der kriegerische Genius in demselben ver-breitet finden. Dies bestimmt aber nur seinen Umfang/keineSweges seine Höhe/ denn diese hängt von der allge-meinen geistigen Entwicklung des Volks ab. Wennwir ein rohes kriegerisches Volk betrachten/ so ist ein krie-