Band 
Erster Theil.
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gengewichtS noch bei Zeiten bewußt zu werden, so könnenauch sie einer großen Seelenstärke fähig sein.

Endlich sind die wenig beweglichen, aber darum tiefbewegten Menschen, die sich zu den vorigen wie die Glutzur Flamme verhalten, am meisten geeignet, mit ihrer Ti-tanenkraft die ungeheueren Maßen wegzuwalzen, unter wel-chen wir uns bildlich die Schwierigkeiten des kriegerischenHandelns vorstellen können. Die Wirkung ihrer Gefühlegleicht der Bewegung großer Massen, die, wenn auch lang-samer, doch überwältigender ist.

2 Obgleich solche Menschen nicht so von ihren Gefühlenüberfallen, und zu ihrer eigenen Beschämung fortgerissenwerden, wie die vorigen, so wäre es doch wieder gegendie Erfahrung, zu glauben, daß sie das Gleichgewicht nichtverlieren, und blinder Leidenschaft nicht unterwürfig wer-den könnten; dies wird vielmehr immer geschehen, sobaldihnen der edle Stolz der Selbstbeherrschung fehlt, oder sooft er nicht stark genug ist. Wir sehen diese Erfahrungam häufigsten bei großartigen Männern roher Völker, wodie geringe Verstandcsausbildung immer ein Vorherrschender Leidenschaft begünstigt. Aber auch unter den gebil-deten Völkern, und in den gebildetsten Ständen derselben,ist ja das Leben voll solcher Erscheinungen, wo Menschendurch gewaltsame Leidenschaften fortgerissen werden, wie imMittelalter die auf Hirschen angeschmiedeten Wilddiebedurch'ö Gehölz.

Wir sagen cö also noch einmal: ein starkes Gemüth istnicht ein solches, welches bloß starker Regungen fähig ist, son-dern dasjenige, welches bei den stärksten Regungen im Gleich-gewicht bleibt, so daß, trotz den Stürmen in der Brust, derEinsicht und Überzeugung, wie der Nadel des Kompasses aufdem sturmbcwcgten Schiff, das feinste Spiel gestattet ist.