Band 
Erster Theil.
Seite
217
JPEG-Download
 

alle diese Pflichten und Tugenden durch den kurzen Ka-techismus einer einzigen Vorstellung erinnert wird/ näm-lich die Ehre seiner Waffen — ein solches Heer ist vomkriegerischen Geiste durchdrungen.

Man kann stch vorzüglich schlagen wie die Vendeer/und Großes bewirken wie die Schweizer/ die Amerikaner/die Spanier/ ohne diese kriegerische Tugend zu entwickeln;man kann sogar glücklich sein an der Spitze stehenderHeere/ wie Engen und Marlborough/ ohne stch ihres Bei-standes vorzüglich zu erfreuen; man soll also nicht sagen:daß ein glücklicher Krieg ohne sie nicht denkbar sei/ undwir machen hierauf besonders aufmerksam/ um den Be-griff/ welchen wir hier aufstelle«/ mehr zu individualistren/damit die Vorstellungen nicht im Allgemeinen verschwim-me«/ und man nicht glaube/ die kriegerische Tugend seiam Ende Eins und Alles. So ist es nicht. Die kriege-rische Tugend eines Heeres erscheint als eine bestimmte mo-ralische Potenz/ die man stch hinweg denken/ deren Einflußman also schätzen — als ein Werkzeug/ dessen Kraft manberechnen kann.

Nachdem wir ste so charakterisiert haben/ wollen wirversuche»/ was stch über ihren Einfluß sagen läßt und überdie Mittel ihn zu gewinnen.

Die kriegerische Tugend ist für die Theile" überall/was der Genius des Feldherrn für das Ganze ist. Nurdas Ganze kann der Feldherr leiten/ nicht jeden einzelnenTheil/ und wo er den Theil nicht leiten kann/ da muß derkriegerische Geist sein Führer werden. Der Feldherr wirdgewählt nach dem Ruf seiner ausgezeichneten Eigenschaften;die vornehmeren Führer großer Haufen nach sorgfältigerPrüfung; aber diese Prüfung nimmt ab/ je tiefer manhinunter steigt/ und in eben dem Maaße dürfen wir also