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weniger auf individuelle Anlagen rechnen; was aber andiesen abgeht, muß die kriegerische Tugend ersetzen. Ebendiese Rollen spielen die natürlichen Eigenschaften eines zumKriege gerüsteten Volkes: Tapferkeit, Gewandtheit,Abhärtung und Enthusiasmus. Diese Eigenschaftenalso können den kriegerischen Geist ersetzen und umgekehrt,woraus sich denn Folgendes ergiebt:
1. Die kriegerische Tugend ist nur den stehenden Heereneigen, sie bedürfen ihrer auch am meisten. Bei Volks-bewaffnungen und Kriegen werden sie durch die na-türlichen Eigenschaften ersetzt, die sich da schnellerentwickeln.
2 Stehende Heere gegen stehende Heere können ihrer eherentbehren, als stehende Heere gegen Volksbewaffnun-gen ; denn in diesem Falle sind die Kräfte getheilter,und die Theile sich mehr selbst überlasten. Wo dasHeer aber zusammengehalten werden kann, nimmt derGenius des Feldherrn eine größere Stelle ein, undersetzt was dem Geist des Heeres fehlt. Überhauptwird also kriegerische Tugend um so nöthiger, je mehrder Kriegsschauplatz und andere Umstände den Kriegverwickelt machen, und die Kräfte zerstreuen.
Die einzige Lehre, welche sich aus diesen Wahrheitenziehen läßt, ist die: daß man, wenn einem Heere diese Po-tenz abgeht, den Krieg so einfach als möglich einzurichtensuche, oder seine Vorsorge für andere Punkte der KriegS-einrichtung verdoppele, und nicht etwa von dem bloßenNamen des stehenden Heeres erwarte, was nur die Sacheleisten kann.
Es ist also die kriegerische Tugend des Heeres eine derbedeutendsten moralischen Potenzen im Kriege, und wo siegefehlt hat, sehen wir entweder eine der andern sie er-