Band 
Erster Theil.
Seite
233
JPEG-Download
 

> 8 :

233

die überschießenden Streitkräfte mehr lästig als nützlichwären. *)

Endlich'giebt es eine Menge von Beispiele«/ wo nichtalle verwendbaren Streitkräfte in der Schlacht oder imKriege wirklich verwendet wurden/ weil man die Überle-genheit der Zahl nicht von der Wichtigkeit glaubte/ dieihr nach der Natur der Sache gebührt.

Ist man von der Überzeugung/ daß mit einer be-trächtlichen Übermacht alles Mögliche zu erzwingen ist/ rechtdurchdrungen: so kann es nicht fehlen/ daß diese klare Über-zeugung auf die Anstalten zum Kriege zurückwirkt/ um mitso viel Kräften als nur immer möglich aufzutreten/ undentweder selbst das Übergewicht zu bekomme»/ oder stchwenigstens vor einem feindlichen zu verwahren. So vielwas die absolute Macht betrifft/ mit welcher der Krieggeführt werden soll.

Das Maaß dieser absoluten Macht wird von derRegierung bestimmt/ und obgleich mit dieser Bestimmungschon die eigentliche kriegerische Thätigkeit beginnt/ unddieselbe ein ganz wesentlicher/ strategischer Theil derselbenist: so muß doch in den meisten Fällen der Feldherr/ wel-cher diese Streitkraft im Kriege führen soll/ ihre absoluteStärke als ein Gegebenes betrachte«/ sei es/ daß er keinenTheil an ihrer Bestimmung hatte/ oder daß die Umständeverhinderten/ ihr eine genügende Ausdehnung zu geben.

Es bleibt also nur übrig/ durch eine geschickte Ver-wendung, auch da wo das absolute Übergewicht nicht zuerreichen war, stch ein relatives auf dem entscheidendenPunkt zu verschaffen.

*) Tempelhof und Montalembert fallen uns zunächst dabei ein; jenerin einer Stelle seines ersten Theils, Seite 148, dieser in seiner Korre-spondenz bei Gelegenheit des russischen Operativnsplans für 1759.