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auf Entsatz gehofft hatte, erkannte jetzt seine hülflose Lage und gab sich mit sei-nem ganzen Corps und 15 Geschützen gefangen.
Der Gesammtverlust der mit diesem letzten Akte beendigten Schlacht bei Cas-sano betrug aus Seiten der Verbündeten 3700 Todte und Verwundete, 1200 Ge-fangene. Die Franzosen verloren bei einer gleichen Zahl Todten und Verwun-deten gegen 7000 Gefangene und 30 Geschütze.
Den Franzosen blieb nach dieser Niederlage nichts übrig, als das mailän-dische Gebiet zu räumen. Unter diesen schwierigen Verhältnissen überließ sich Mo-reau seinen eigenen Eingebungen und zeigte sich als tüchtigen Feldherrn. Es istzu bedauern, daß er während seiner kurzen Laufbahn stets durch Plane gefesseltwurde, welche er allzu gewissenhaft befolgte. Zuvörderst machte er in guterVerfassung Halt, um der siegreichen Armee zu imponiren; dadurch gewann er Zeit,aus Mailand abzuziehen und alles schwere Gepäcke, so wie die politisch compro-mittirten eingebornen Familien über den Montcenis nach Frankreich zu senden. Hier-auf sammelte er die Trümmer seiner Armee und führte sie an den Ticino, über-schritt diesen Fluß bei Pavia und Buffalora und conzentrirte sich unter den Kano-nen Alessandria's bei dem Zusammenflüsse des Tanaro und des Po.
Gedeckt durch diese beiden Flüsse, den Rücken an die Appenninen gelehntund flankirt durch die Festungen Casale und Alessandria, hoffte er, seine Gegnerim Schach halten zu können und die neapolitanische Armee an sich zu ziehen.Seine Divisionen zählten, mit Inbegriff Desolles, 28,000 Combattanten; Mac-donald und Montrichard rückten mit 30,000 Mann heran. War die Vereinigungdieser Streitkräfte einmal bewerkstelligt, so war er im Stande, das rechte Po,User zu vertheidigen und mittelst der Festungen des linken Ufers den Krieg wiederdorthin zu spielen.
Während Moreau sich in dieser glücklich gewählten Stellung festsetzte, ver-lor Souwarow die kostbare Zeit in Mailand. Von Seiten des Adels, der Geist-lichkeit und von den Anhängern Oesterreichs ward er im Triumphe empfangenund ihm glänzende Feste bereitet. Ueberdieß hielt ihn sein Operationsplan imCentrum der Lombardei fest. Zwar war diese Provinz besetzt, aber um sie gänz-lich zu bezwingen, wollte er alle festen Plätze der cisalpinischen Republik erobern.Es war ferner seine Absicht, die italienischen Cantone der Schweiz und Grau-bündten in Aufstand zu versetzen, um mit dem linken Flügel des Erzherzogs dieVerbindung herzustellen. Kray und Klenau standen bereits vor Mantua, Ferraraund Bologna; man unterstützte diese durch Ott, der Piacenza und Parma besetzte.Besondere Truppenabtheilungen wurden nach Bellinzona, an die obere Adda undin das Oglio-Thal gesendet. Nach diesen Maßregeln blieben Souwarow kaumnoch 40,000 Mann, welche er in zwei Colonnen zur Verfolgung Moreau's inBewegung setzte. Die linke Colonne überschritt den Po und marschirte gegenTortona, wo sie die Citadelle dieser Festung berennte; die rechte Colonne diri-girte sich auf Valenza.
Nach einigen leichten Angriffen am Po und am Tanaro, welche den vorgeb-lichen Zweck hatte, den französischen Obergeneral aus seinem Lager heraus zu