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[Band 1.]
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III.

Operationen in der Schweiz.

Einnahme von Nauders (30. April). — Aufstand in Graubündten (l. Mai). — Räumungvon Zernetz (6. Mai). — Eroberung des Luziensteigs (14. Mai). — Treffen ander Limalh (16. Juni).

Wahrend die Franzosen auf solche Weise rasch das linke Ufer des Po verloren,machte Massen« in der Schweiz seine Defensiv-Linie mit Nachdruck streitig. Schce-rers Unfälle und Desolles Zurückberufung hatten seinen rechten Flügel blosge-geben und gerade von dieser Seite rückten die Oesterreicher mit ihrer Hauptmasseheran, um auf den südlichen Straßen einzudringen. Massen«, der den Auftraghatte, gegen sie Front zu machen, war mit einer großen und gefahrvollen Auf-gabe beauftragt. Er mußte die bei Stockach geschlagenen Truppen, so wiediejenigen, von deren Oberbefehl Bernadotte zurückgetreten war, organisiren,die Festungen verproviantiren, die verschiedenen Dienstzweige sichern und mit70 — 80,000 Mann das große Gebiet des Rheins von seinen Quellen bis zurMündung des Neckars vertheidigen, — eine Aufgabe, die er mit jenem Feuerund Scharfsinne löste, von welchen er bereits auf beschränkteren KriegsschauplätzenBeweise geliefert hatte.

Nach einer Reihe von Demonstrationen gegen Mannheim, Kehl und Basel,um die Aufmerksamkeit des Erzherzogs dorthin zu ziehen; nachdem er sich fernerder Punkte Schaffhausen, Stein, Constanz und Rheineck versichert und Lecourbe(8000 Mann) befohlen hatte, das Thal des Jnns Schritt vor Schritt, dem Ge-neral Menard (7400 Mann) das Rheinthal und Thureau den Simplon zu ver-theidigen, rückte er zuvörderst nach St. Gallen und sofort mit 6600 Mann nachZürich, bereit, von hier aus zur Unterstützung der am meisten bedrohten Punktezu eilen.

Diese Dispositionen wurden unterstützt durch die Plane des Wiener Cabinets,welche den Erzherzog nöthigten, bei Stockach in Unthätigkeit zu verweilen unddie Ankunft Korsakows und das Resultat der Operationen im Engadin und inGraubündten abzuwarten.

Sonach drückten Hotze und Bellegarde auf die helvetische Armee; der ersteresollte das Thal des Rheins, der zweite dasjenige des Jnns reinigen. Getrenntdurch den Gebirgsstock der rhätischen Alpen, vermochten diese Generale nur da-durch ihre Angriffe in ein gegenseitiges Einverständniß zu bringen, daß sie sichgänzlich in den Besitz der Jll, der Landquart und der Albula setzten, durch welcheman in das Engadin, in Vorarlberg und nach Graubündten herabsteigt. Alleindurch die Festhaltung der Posten von Nauders, Finstermüntz und Zernetz unter-brach Lecourbe die Verbindung mit Bellegarde und Menard, der sich an die