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Genua ließt bekanntlich am Ufer des mittelländischen Meeres in Gestalt eines <piatt betAmphitheaters auf dem Abhänge eines Berges und umgibt den ganzen Hafen, umgcgcndEs wird von den Torrenten Polcevera und Besagno eingeschlossen, die zwei fast""" ® cmw *parallel laufenden Thälern die Namen geben, durch welche man aufwärts biszum Hauptrücken der Apenninen gelangt. Die Stadt hat einen doppelten Um-kreis von Festungswerken; der innere umfaßt die Hälfte des Berges. Er beginntbeim St. Thomas-Thor und endigt beim Ausflusse des Bessaguo. Westlich vomThomas-Thor bis zum Leuchtthurmc liegt dieser Stadttheil hart am Berge undist nur von den äußern Werken umgeben. Diese letztere begrenzen den ganzenHorizont von Genua in einer Ausdehnung von beinahe 7000 Klaftern und bildenein Dreieck, dessen Grundlinie das Meer ist. Die zwei anliegenden Seiten diesesDreiecks erheben sich stufenartig vom Meere und bilden auf dem Gipfel einenspitzigen Winkel, in welchem das Bollwerk Sperone angelegt ist. Dieser Umkreisheißt le nuove mure und ist zu 250 Geschützen eingerichtet. Das Terrain, aufwelchem die Werke angelegt sind, ward mit großer Einsicht ausgewählt und bc-nützt. Die Flanken und Bollwerke waren mit genauer Kenntniß der eigenthüm-lichen Lage und Umgegend der Stadt vervielfältigt; überdieß hat der Wall eineaußerordentliche Breite, wodurch es möglich war, ihn im Nothfalle noch mit neuenVertheidigungswerken zu verstärken. Die Außenwerke selbst waren durch detaschirteForts gedeckt und sämmtliche Werke gut armirt, das Arsenal gehörig ausgerüstetund der größere Theil der Einwohner zu Gunsten der Franzosen gestimmt; aberdas englische Geschwader hielt den Hafen enge blockirt und verhinderte jede Pro-viantzufuhr sowohl für die Armee, als für die 180,000 Seelen starke Bevölkerung.
Nachdem Ott vergeblich versucht hatte, mittelst Leiterersteigung in den erstenUmfang einzudringen, hob er alle waffenfähigen Bauern der Umgegend aus,verschanzte die Zugänge der Festung und schloß sie in der Absicht ein, sie durchHunger zu bezwingen. Bis zum 13ten Mai machte Massena mehrere Ausfälleund verschaffte sich Lcbensmittel; in einem letzten Gefechte erklärte sich endlich derSieg für die Mehrzahl. Soult ward schwer verwundet, seine Truppen kehrtenin ihre Quartiere zurück und man verzichtete auf die Hoffnung, die Blockirungs-linie zu durchbrechen. Von jetzt an hatte man auch noch gegen Hunger zu käm-pfen. Alle Vorräthe von Kakao, Stärke, Kleien, Hirse, Leinsamen und Reiswurden gesammelt und zu Brod gebacken. Diese schwachen Hülfsquellen warenjedoch bald erschöpft und am 2ten Juni hatte die Verzweiflung den höchsten Graderreicht. Die ganze Bevölkerung erhob sich und verlangte Brod oder den Tod.
Der Obergeneral dämpfte diesen Aufstand, indem er Unterhandlungen anzuknüpfenversprach, wofern innerhalb 24 Stunden kein Entsatz käme. Am folgenden Tagebegannen die Conferenzen in demselben Augenblicke, in welchem Ott von Melasden Befehl erhielt, die Blockirung aufzuheben. Dieser Umstand nöthigte ihn, denAbschluß zu beschleunigen. Am 5ten Juni ward der Vertrag der RäumungGenua's unterzeichnet. Die Besatzung, 8000 Mann stark, erhielt freien Abzugzu Land nach Frankreich; Massena, die Reconvaleszenten und Marschfähigen, sowie das Material, wurden nach Antibes eingeschifft.