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[Band 1.]
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Suchet zeigte nicht geringere Ausdauer: den Brückenkopf des Bar deckte eineverschanzte Linie, in welcher er eine Nachhut zurückgelassen hatte. Melas ließsie zweimal angreifen und ward jedesmal mit beträchtlichem Verluste zurückge-wiesen. Ein dritter Sturm hatte keinen günstigeren Erfolg; die Kaiserlichen ließen5 — 600 Mann auf dem Schlachtfelde und die Signale des Forts Montalbansetzten den französischen General in Kenntniß, daß die Feinde den Rückzug an-traten.

Melas hatte sich nämlich in Folge der Bewegungen der Reserve-Armee nachPicmont gewendet; es war Elsnitz allein gewesen, der das letzte Gefecht gelie-fert hatte und sofort aufbrach, um sich dem Obergeneral Melas anzuschließen.Suchet folgte ihm auf dem Fuße, kehrte nach Nizza zurück, kam ihm am Colvon Tenda zuvor und zwang ihn, seinen Rückzug bis Oneglia fortzusetzen undsich auf beschwerlichen Wegen rechts in das Thal des Tanaro zu werfen. Ernahm seiner Nachhut einige tausend Mann ab und erreichte endlich Savona, woer mit Gaza», der die abgezogene Besatzung von Genua führte, in Verbindung trat.

II.

Operationen der Reserve - Armee in Italien.

Uebergang über den großen St. Bernhard. — Einnahme von Jvrea (24. Mai). — Treffenbei Romano (28.). — Uebergang über den Ticino (31.). — Einzug in Mailand (2. Juni).— Po-Uebergang bei Cremona, Piacenza und Belgiojoso (6. Juni). — Treffen bei Casteggiound Montebello (8. Juni). — Schlacht bei Marengo (14.).

Der Operationsplan des Feldzuges gieng allmählig mit vollem Erfolge inErfüllung. Während Melas sich auf dem südlichen Abhänge der Seealpen en-gagirte, traten die kaiserlichen Heere in Deutschland den Rückzug an, wodurchzwischen dem äußersten rechten Flügel der Armee in Italien und Kray's linkenFlügel ein weiter Raum entstand, der nur durch einige feste Punkte und haupt-sächlich durch die Schwierigkeiten des Terrains gedeckt wurde.

In diesen Zwifchenraum schob der erste Eonsul in dem mißlichsten Zeitpunktedes Feldzuges wie durch ein Wunder eine Armee von 60,000 Mann über Gebirgs-pässe hinein, welche man bis -jetzt für unzugänglich gehalten hatte. Nie ward eineErpedition besser entworfen und mit solchem Geheimniß ausgeführt. Jene Reserve-Armee, von der in Dijon nur ein schwacher Kern versammelt war und an derenEristenz die feindlichen Emmissäre fortwährend zweifelten, war nichts destoweni-ger in der That vorhanden. Sie bestand aus einer der Divisionen Lecourbe's;aus den Corps, welche man am Oberrhein dem Fürsten von Reuß gegenüber ge-lassen hatte; aus der Division, welche seit dem Beginnen der Feindseligkeiten