312
Plan desSchlacht-feldes vonHohenlin-bett.
dieser Stadt; die Mitte unter Grenicr (Legrand, Hady, Ney), der über Lands-hut mit St. Suzanne (3 Divisionen) an der Donau die Verbindung herstellte.Des Obergenerals Absicht gicng dahin, die drei ersten Corps vorrücken zu lassen,die Kaiserlichen an den untern Jnn zu ziehen und mit seinem rechten Flügel die-sen Fluß mittelst Ueberraschung zu passircn.
Ohne eine Ahnung von den Bewegungen der Ocsterrcichcr zu haben, ließMoreau seine Truppen in den letzten Tagen des Novembers gegen den Jnn vor-rücken. Legrand und Bastoul kamen am 30tcn in der Gegend von Ober-Tauf-kirchen und Haun. Ney erschien unweit Ampfing, als eben die österreichischenHauptcolonnen dort anlangten, weßhalb Ney zwischen Haun und Aschau Stellungnahm. Die Division Grouchy war als Reserve nach Haag gefolgt, der Ueber-rest des Centrums bis vor den Brückenkopf vor Wasserburg gerückt und der rechteFlügel stand bei Roscnheim.
Dem Erzherzog blieb jetzt keine andere Wahl, als den Feind zurückzudrängen,wenn er die beabsichtigte Vereinigung mit dem von Vilsbiburg heranziehendenGeneral Kicnmayer bei Hohcnlinden bewerkstelligen wollte. Daher begann eram Morgen des Iten Dezembers mit etwa 25,000 Mann den Angriff, vorzugs-weise auf beiden Flügeln der französischen Linie und drängte diese nach Haagund Dorfen zurück. Die Oesterreicher folgten bis nach Dambach.
Am 2ten Dezember ließ Moreau die Stellung bei Hohcnlinden durch Gre-niers Corps und die Divisionen Grouchy und Hautpoult beziehen. Die Divisio-nen Richepanse und Decaen, welche bis in die Gegend von Ebersberg und Zor-nolding zurückgewichen waren, erhielten Befehl, nach St. Christoph und Matten-bett vorzurücken; sie wurden bei Ebersberg durch Lecourbc ersetzt, der am 2ten De-zember bis Helsendorf und Pframmern kam. Die nach Landshut beorderte Ab-theilung von St. Suzanne ward angewiesen, am 3ten bei Freysing einzutreffen.
Erzherzog Johann erwartete bei Haag eine Schlacht und rief deßhalb dasbaierische Corps vom Jnn herbei. Als ihm jedoch der Abzug des Feindes gemel-det ward, erzeugte sich im österreichischen Hauptquartier die Ansicht, man werdediesseits der Jsar keinem ernstlichen Widerstände mehr begegnen. Die kaiserlicheArmee rückte daher am 2ten Dezember nicht weiter als bis Haag vor, wo fol-gende, auf den nächsten Tag nur auf einen Reisemarsch berechnete Disposition aus-gegeben ward: General Riesch (10,000 Mann) sollte 12 Bataillone, 24 Schwa-dronen über Haslach, Albaching und Hohenlinden nach Anzing; die Vorhut unddas Reserve-Corps unter Kollowrath (16,800 Mann) auf der großen Straße;General-Lieutenant Baillet (12,000 Mann) über Oberndorf, Weiher, Mitbachund Hohenlinden marschiren. Das Fortbringen des Geschützes sollte die Colonnennicht aufhalten, die Lebensmitteltransporte aber dergestalt abmarschiren, daß beiAnzing sogleich abgekocht werden könnte. Kienmayer (16,000 Mann), den manbei Buch vermuthete, der aber nur bis Längdorf gekommen war, sollte gleichfallsbei Anzing eintreffen.
Französischer Seits zählte die bei Hohenlinden vereinigte Masse gegen 34,000Mann; überdieß war im Laufe des 3ten Dezembers auf die Unterstützung der