588 _
die Straße, nachdem sie die Ebene und das linke User verlassen hat, sich vomFlusse zu entfernen, indem sie unter vielen Krümmungen dem Südabfalle derSierra Morena hinansteigt. Man gelangt aus dem Bette des Flusses nach demKamm des Gebirges auf den weniger guten Straßen von Mcnjibar über Baylennach Guarroman und von Baeza über Linares und Guarroman nach La Carolina;der letzte Ort liegt am Eingang in den Engpaß von Despeea-Perros, der dasThor zu dem innern Plateau bildet. Die Entfernung von La Carolina nachAndnfar beträgt 12 Stunden; von Andujar nach Baeza 12 Stunden und vonBaeza nach La Carolina 8 bis 9 Stunden. Dupont, der mit 20,000 Mann indiesem Dreieck von 33 Stunden Umfang stand, konnte sich ohne Zweifel in dem-selben behaupten; allein die verhängnißvollen Tage vom löten bis 19ten Julizeichneten sich dergestalt durch eine Reihenfolge von Mißverständnissen und falschenBewegungen aus, daß in Folge derselben Alles verloren gicng und dadurch derAufstand in Spanien neuen Aufschwung nahm.
Castacos hatte sein Hauptquartier nach Aronjilla vorwärts von Arona ver-legt; hierauf befahl Dupont dem General Gobert, von den Bergen herab in dieLinie einzurücken; um nicht in seiner rechten Flanke umgangen zu werden, ließer die Brücke von Marmolejo zerstören. Wedel ward bei Baylen, Gobert bei LaCarolina und Belair mit 1500 Mann bei der Furth von Menjibar aufgestellt.Das Hauptquartier nebst der Colonne, welche bis Cordova vorgedrungen war,blieb in Andujar.
Beide Heere, nur durch den Quadalquivir getrennt, wurden bald handgemein.Castacos eröffnete das Feuer bei der Brücke von Andujar; er ward zurückge-wiesen; inzwischen defilirten die Guerillas unter De la Cruz über Marmolejo indie rechte Flanke der Franzosen und Coupigny zeigte sich auf ihrem linken Flügelin geringer Entfernung von der Brücke. Dupont, überrascht durch die Entwick-lung, welche das Beispiel eines ernsthaften Gefechts zu seyn schien, befahl amAbende dem General Wedel, ihm in der Nacht eine seiner Brigaden zu senden.Der Befehl wurde falsch verstanden; Wedel glaubte, es handle sich um eine ent-scheidende Schlacht; er wollte sich nicht von seinen Truppen trennen und führteseine ganze Division in Person nach Andujar, indem er Gobert die Vertheidi-gung des obern Quadalquivir überließ.
Allein die Bewegungen, welche den französischen Obcrgeneral so sehr beun-ruhigt hatten, waren nur demonstrative, um ihm den wahren Angriffspunkt zuverbergen, und Wedels Fehler trug wesentlich zum Gelingen der feindlichen Planebei. Die spanische Armee, von welcher man wähnte, sie stehe hinter dem Defileeder Straße von Sevilla, benützte die Nackt, um sich um Castacos zu schwenkenund als am folgenden Morgen das Geschützfeuer von Andujar begann, überfielReding mit der rechten Flügeldivision, aus Schweizern und Linientruppen be-stehend, die Furth bei Menjibar, nahm Stellung aus dem rechten Ufer und be-drohte Baylen und Linares. Die Franzosen wichen der Ueberzahl und zogen sich,obgleich langsam, bis Baylen zurück. Gobert eilte an die Spitze eines Küras-sierrcgiments herbei und brach in Reding's Division ein; allein er fiel tödtlich