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noch nicht zum Schlagen gekommen waren, dem Angriffe der Russen mnthig ent-gegen und warfen sie, auch schlugen sie einen Rcitcrargriff muthig ab. Unter-dessen entwickelte sich der russische rechte Flügel immer mehr; die DivisionMcrle konnte von dem Marschall, der auf seiner Rechten nur allzusehr bedrohtwar, keine Unterstützung erhalten, ja sie benahm den Redouten sogar ihr Feuer,da sie unmittelbar in ihrer Schußlinie stand. Die Division focht indeß mit großerTapferkeit; allein das Gefecht war zu heftig, als daß es ihrem Führer eher hättegelingen können, sie in die ihm bestimmte Aufstellung zurück zu führen, als bis dieRussen selbst in der ihr bestimmten Aufstellung eintrafen. Die Division Merlemußte sich nun in die Polotzk von dieser Seite umgebende Pallisadirung werfen.Zwar kamen jetzt die verfolgenden Russen in das kreuzende Feuer der Stadtund der baier'schen Batterien, die sie in die linke Flanke und den Rücken nah-men, und sie erlitten ungeheuern Verlust. Doch dauerte hier, wie im Thale derPalota der Kampf bis zur Dunkelheit fort. Mit Einbruch der Nacht warendlich Polotzk von den Russen rings umgeben. Ihr rechter Flügel lehntesich an die Düna unterhalb Polotzk, der linke aber, durch die Derschanzungenvon Strudnia an gleicher Anlehnung behindert, stand in der Luft, jedoch ohnedeßhalb bei der Schwäche des Gegners geschwächt zu seyn. Vom GeneralDoumerc war während des Gefechtes die Meldung eingetroffen, daß an derDüna aufwärts kein Feind zu sehen sey. General Corbineau dagegen war schonjenseits der Uszney, wo er sich mit dem General Ströhl verbunden, auf russischeReiter- und Infanterie-Abtheilungen gestoßen, hatte sie jedoch geworfen undhielt ihre Stärke nicht für bedeutend. Er erhielt den Befehl, mit Tagesanbruchweiter vorzugehen und sichere Nachrichten einzuziehen, ob stärkere feindliche Ab-theilungen unterhalb Polotzk über die Düna gegangen seyen.
Die Nacht vom 19ten Oktober vergieng ruhig. Wittgcnstein war bei An-bruch des Tages nur mit Berichtigung seiner gestern eingenommenen Stellungbeschäftigt. Um 10 Uhr früh kam eine neue Meldung Corbineau's, daß er vomFeinde, der 2000 Mann Infanterie, 12 Schwadronen und 12 Geschütze zähle,auf Polotzk zurückgeworfen werde und um Verstärkung bitte. St. Eyr, vonseinem nahen Gegner zu genau beobachtet, durfte keine Bewegung machen,ohne zu fürchten, daß er dadurch zum Angriffe einlade; er mußte daher sich be-gnügen, aus jeder Division ein Infanterie-Regiment unbemerkt herauszuziehenund in dem Thale der Palota nach Polotzk zu senden. Diese 3 Regimenter nebsteinem Kürassier-Regiment, das, als die Nachhut Doumercs, unweit Polotzkzurückgelassen und schnell wieder herbeigerufen worden war, stellte er unter denBefehl des Generals Amey, der sogleich gegen die Uszney aufbrach. Aber nichtgenug, daß das Feuer in dieser Richtung immer stärker wurde, so sah man auchbald den Troß, der dem General Amey gefolgt war, in Unordnung aus demWalde gegen Polotzk zurückkommen und eine Meldung Corbineau's gab dieGewißheit, daß man es dort mit dem ganzen Corps des Generals Steinheil zuthun habe. Dieser hatte, von Riga kommend, die Düna überschritten, war