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[Band 2.]
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mindestens 10,000 Mann an Infanterie stark und die abgesendete Verstärkungkonnte nichts gegen ihn ausrichten.

Welch eine peinliche Lage für den Marschall. Seine Generale drangen inihn, den Rückzug anzutreten. Er konnte dies nicht, konnte auch nach der Uszneykeine weitere Verstärkungen schicken, ohne Wittgensteins Angriff herauszufordern,der mit seinem Geschützfeuer gewiß ein noch lebhafteres Andringen Steinheils zurFolge gehabt haben würde. Eine Stunde vor Einbruch der Nacht endete endlichdas Gefecht. Die französischen Truppen, deren Anführung General Wrede über-nommen, hatten trotz ihrer Minderzahl, die bereits aus dem Walde von Bono-nia hervorbrechenden Russen wieder zurückgeworfen und hielten nur den Randdesselben besetzt.

Der Marschall wartete nun, zum Rückzüge Alles vorbereitend, die Dunkelheitder Nacht ab und ließ, als diese setzt eintrat, zuerst die für diese Bewegung nurallzuzahlreiche Artillerie abfahren. Alles gieng gut. Schon brach auch die Di-vision Lcgrand, die entfernteste, in aller Stille auf, als — aus unbegreiflichemUebermaaße von Dummheit, wie der Marschall selbst sich ausdrückte — ein Abthci-lungs-Commandant dieser Division sein verlassenes Lager anzünden ließ, um esnicht wohlgebaut, wie es war, dem Feinde zur Bequemlichkeit zu überlassen. DasFeuer griff um sich und war für die Russen das Zeichen zum Angriffe. Siewurden nichts desto weniger mit Kraft empfangen, abgewiesen und der Rückzugfortgesetzt. General Merke hatte die Verschanzungen der Stadt besetzt, um dieaus den Rcdouten abziehenden Baiern zu decken.

Der Feind richtete ein heftiges Feuer auf die Stadt, um sie anzuzünden unddadurch den Rückzug, besonders der Artillerie zu behindern. Obgleich aber daSFeuer sich schnell verbreitete, war das Glück den Franzosen dennoch so günstig,daß nicht ein Pulverwagen aufflog. Die Russen widerholten ihre Angriffe ohneAufhören. General Diebitsch und die Petersburger Landwehr waren Hiebei be-sonders thätig. Aber die Franzosen setzten den Rückzug fechtend fort; als erst dieDivision Legrand, dann die Baiern die Stadt erreicht hatten, zog sich die DivisionMaison in dieselbe und nahm, als die Division Merle sich links zusammenzog undvon der Straße nach Petersburg an den westlichen Theil der Pallisadirung be-setzte, den östlichen ein. Obgleich diese Bewegung nicht ohne einige Unordnungvor sich gieng, obgleich die Russen auf dem Fuße folgten und sich der noch nichtbrennenden Häuser der Vorstadt bemächtigten, vermochten sie doch bei keinem ihrerAngriffe in die Stadt einzudringen. Bei dem letzten desselben, % 2 Uhr früh,hart an der Düna, auf dem äußersten rechten Flügel der Franzosen, erlitten sienoch bedeutenden Verlust durch die Batterien des linken Ufers, die setzt zu spielenanfiengen. Um 2 Uhr Morgens war die gesammte Artillerie auf dem linkenUfer; die beiden Divisionen folgten nach und nach, immer fechtend; um 3 Uhrwaren die sämmtlichen französischen Truppen übergegangen, die beiden Brückenabgebrochen und das Feuer hörte nach und nach auf.

Dennoch war der Ueberrest der kalten Nacht immer schrecklicher für die ganzerschöpften Truppen, denen es an Allem, selbst an Holz zum Feuer fehlte. Zu-

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