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[Band 2.]
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Der General Gifflcnga, Adjutant des Vicekönigs, der Divisionsgeneral Pinound der Brigadegeneral Fontana verwundet. Malo-Jaroslawetz war in Flam-men aufgegangen und sein Inneres bot den schauderhaftesten Anblick dar. AlleStraßen waren mit Leichen und zerschmetterten menschlichen Gebeinen bedeckt undunter den Trümmern der Häuser erblickte man ganze oder halbverbrannte mensch-liche Gerippe. Verwundete hatten sich während des Kampfes in die Häuser ge-flüchtet und die Wenigen unter ihnen, die aus dem Einstürze der Gebäude dasLeben gerettet hatten, krochen nun aus dem Schütte hervor, mit schwarzen Ge-sichtern und verbrannten Haaren und Kleidern. Ihr gräßlicher Anblick, ihr Aechzenund Winseln erschütterte die härtesten Herzen und brachte die trockensten Augenzu Thränen.

Am Morgen des 25sten stand das ganze russische Heer hinter Malo-Jaros-lawctz in Schlachtordnung. Drei große Feldschanzen und zahlreiche Kosakcn-schwärmc deckten die Front und Kutusow, der um jeden Preis die Straße nachKaluga vertheidigen wollte, schien des Angriffs gewärtig. Das Feuer des Ge-schützes begann wieder, ließ aber gegen Mittag nach, da die Franzosen nichtzum Angriffe vorrückten, den die Russen erwarteten, ohne ihn selbst zu ver-suchen zu wollen.

Der heftige Kampf bei Malo-Jaroslawetz hatte Napoleon überzeugt, daß erzu Borowks keinen Angriff zu befürchten habe. Daher setzte er noch am 24ten alleum Borowsk versammelten Truppen, das I ste und 8te Corps, Murats Rei-terei und die Garden nach Malo-Jaroslawetz in Bewegung, wo aber an diesemTage nur noch 2 Divisionen des ersten Corps anlangen konnten. Er verlegtesein Hauptquartier in ein Dorf an der Prottwa. Hier war es, wo der Kaiserin die größte Gefahr der Gefangenschaft gerieth. Als er eben am 25stcn um7 Uhr Morgens nach Malo-Jaroslawetz aufbrechen wollte, überfiel ein Schwärmvon 1000 Kosaken, aus einem nahen Walde hervorbrechend, mit fürchterlichemGeschrei das Hauptquartier. Die dienstthuende Schwadron der Garde drängtesich um den Kaiser, um seine Person zu beschützen, während die Kosaken sicheines beim Dorfe aufgestellten Parks von 6 Kanonen bemächtigten. Die Verwir-rung war außerordentlich und die Gefahr für Napoleon drohend, bis MarschallBessii-res mit der gcsammten Reiterei der Garde herbeieilte; im Gcwühle wurdedem General Rapp ein Pferd unter dem Leibe erschossen und das Gefecht dauertemit ungewissem Erfolge fort, bis endlich auch die 4te Division des I sten Corpsund das Reitercorps Latour-Maubourgö herankam. Die Verlornen Geschütze derGarde wurden wieder genommen und die Franzosen hatten von dem Ucberfallekeinen andern Schaden, als den Schrecken. Einen ähnlichen Anfall hatte andemselben Tage das Gepäcke des 4ten Corps zu bestehen; es wurde nur durchdie herbeieilende Reiterei der italienischen Garde gerettet.

Napoleon änderte jetzt seinen Plan. Die ganze russische Armee deckte dieStraße nach Kaluga. Kutusow hatte wahrscheinlich in der weitern den Franzo-sen gänzlich unbekannten Gegend mehrere Positionen, die zu eben so vielen Käm-pfen nöthigten. Eine Niederlage hätte alles aufs Spiel gesetzt; und wenn auch