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[Band 2.]
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die Franzosen Sieger blieben, so ward doch ihr Marsch verzögert, und die Zahlder Verwundeten fortan vermehrt.

Also beschloß Napoleon auf den Plan zu verzichten, der nun den Russen ent-hüllt war. Er traf jedoch Vorkehrung, seine Gegner so lange als möglich irrezu halten, während er selbst seine Armee so schnell als möglich auf der Straßevon Mojaisk zurückzuführen dachte. Bangen Gefühls entschloß er sich zu diesemRückzug.

Im Schnellschritte eilte die Armee über Weresa auf die Straße, die sie voreinem Monat mit den Spuren ihrer Verwüstung bezeichnet. Sie zog über dasSchlachtfeld von Borodino, das noch den furchtbaren Anblick der Schlacht inihren grauenvollen Resten zeigte. Die Armee hoffte Smolensk vor Kutusow zuerreichen.

Wirklich hatte der alte Fcldmarschall die Franzosen aus dem Auge verloren.3 Tage lang manövrirte er gegen sie auf der Straße von Kaluga; da bemerkteer, daß sie ihm entwischt. Und er erließ an Platow den Befehl, der verschwun-denen Armee schleunigst nachzujagen, auf eben demselben Wege, den sie einge-schlagen. Miloradowitsch mußte mit 25,000 Mann in gerader Richtung aufGzatsk, um den Franzosen in die Flanken zu fallen und ihre Linie zu durch-brechen , während er selbst die Hauptarmee auf dem Wege von Medyn nach So-lenki führte, um den Franzosen vorzukommen und vor ihnen Smolensk zu er-reichen, dessen Besitznahnie für den Feldzug entscheidend schien.

Miloradowitsch erreichte jedoch die Franzosen bei Gzatsk nicht mehr. Er eilteihnen also nach und traf auf die Arribregarde derselben bei Wiasma. Diesewandte sich — ein blutiges Treffen erfolgte; doch der Sieg blieb den Franzosenund sie konnten ihren Marsch fortsetzen, und erreichten 3 Tage darauf Doro-gobuze, wo wieder ein Hurrah der Kosaken zurückgeworfen ward.

Unter diesen Gefechten kam das Heer in die Nähe von Smolenks und Witebsk,die Lagerlinie, die von Victor indeß beschützt worden war, und wo des KaisersVorsicht unermeßliche Vorräthe aller Art aufgehäuft hatte. Die Armee hatte vielgelitten, aber sie sah jetzt das Ende ihrer Leiden und raffte ihre letzten Kräfte zu-sammen, dem Feind, der sie mit ewigem Angriff gepeinigt, Achtung zu gebieten.In diesem letzten Moment ihrer Hoffnung und ihres Muthes traf sie der Todes-stoß. Seit 3 Tagen hatte sich der Winter in all' seiner Strenge eingestellt.Schon warfen die Soldaten, vom Marsch ermüdet, der Lebensmittel beraubt, dieGlieder erstarrt, ihre Waffen in Masse weg, eine Kette von verlassenen Wagenund Kanonen, ganze Transporte von Verwundeten, die nicht mehr vom Platzekonnten, und Reihen von Leichen bezeichneten den Weg, den die Franzosen ge-zogen — da überfiel die Armee die schreckliche Nacht vom 6ten auf den 7tenNovember; Tausende und Tausende erlagen der furchtbaren Kälte, fast alle Pferdefielen, die Zufuhren standen still, Reih und Glied war gebrochen.

Den drittfolgcnden Tag zog die Avantgarde in Smolenök ein; aber war hierdes Verbleibens zum Winterquatier? Eugen hatte sich rechts geschwenkt, um bisnach Witebsk zu dringen; links sollte eine Verbindung mit Victor hergestellt