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[Band 2.]
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Vorkolonnen bei Liebcrtwolkwitz und am Kollberg und warf sie bis nach Pößnauzurück.

Mittag war's. Da schien dem Kaiser der Augenblick der Entscheidung gekommen.

Er ließ die junge Garde ins Treffen rücken. Victor (//) von Wachau aus,Lauriston mit Macdonald links, 4 Divisionen der Garde zu ihrem Halt, eineBatterie von 60 Kanonen (O O) voran, die Cavalerie unter Murat rechts —so wurde der Angriff eröffnet, der den Ausschlag geben sollte.

Der Sturm der schlachtgeübten Colonnen blieb nicht ohne Erfolg. Kleist,Wittgenstcin wichen. Murat warf die Cavalerie zwischen die Pleiße und Victor'sLinie, die russischen Kürassiere mußten bis Gräbern zurück, die französische In-fanterie besetzte die Hohen; ihr Feuer beherrschte die vorliegenden Gesenke; nochein Anstoß — die Rechte der Alliirten war umgangen, und in's Thal gedrängt!— Schon flog Siegesbotschaft nach Leipzig, und Glockengeläute verkündete dieNachricht der Stadt.

Aber Napoleon's Kraft war erschöpft; eine Nebenschlacht bei Möckcrn, diezur selben Stunde geschlagen wurde, entzog ihm 30,000 Mann, und von derPleiße her kamen neue Schaaren, — die russisch-preußische Reserve rückte ein,an ihrer Spitze die alliirten Souveraine.

Murat mußte vor der anstürmenden österreichischen Cavalerie wieder zurück-weichen. Den Kosaken der Garde gelang es, Lauriston und Victor zu trennen.Die russischen Grenadiere drangen in die Spalte ein, und die Schlacht kehrtenach Wachau zurück.

Der Abend rückte heran. Acht Stunden wogte also der Kampf im kleinenRaum über und innert der Kahnung von Wachau. Die Alliirten waren wiederin Besitz von Markkleeberg. Und nochmal gedachte Napoleon sein Glück zu versuchen.Zum letzten Einbruch in die Reihen der Alliirten ordnete er seine Colonnen; da wirdvernommen, daß ein österreichisches Corps eine Furth bei Dölitz passirt habe;er wirft demselben seine Garde entgegen, das Corps wird zertrümmert, der Ge-neral gefangen.

Etwelche begrüßten Napoleon als Sieger des Tages. Aber wie wenig wog derletztgewonnene Vortheil in seiner kritisch gewordenen Stellung! Die Nacht brach herein,die Schlacht ging zu Ende. Kein Theil mochte sich des Sieges rühmen; doch in derThat war Napoleon der Geschlagene, denn er hatte seinen Zweck nicht erreicht.Die Ordnung der Alliirten, anstatt daß sie zerrissen ward, zog sich fester zusam-men, und Napoleons Absicht wurde von Schwarzenberg erkannt.

Zu all dem hatte Ncy bei Möckern eine förmliche Niederlage erlitten. Zwar warBertrand bei Lindenau, mit Giulay im heftigen Kampf, Herr seiner Stellunggeblieben, in welcher er den Rückzug der französischen Armee sichern sollte; aber Ncy,der sich über Blücher's Nähe getäuscht, und dessen Ankunft heute nicht mehrentgegen sah, hatte sich veranlaßt gefunden, über 2 Divisionen des 3ten Corpszu Napoleons Gunsten zu verfügen. Während diese nun abzogen, und dennochzu spät an der Pleiße ankamen, marschirte die schlesische Armee Ney gegenüberaus. Der Marschall mußte ihr aus der Haller- und Dessauer Straße die Spitze

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