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[Band 2.]
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bieten. Eine Schlacht erfolgte bei Witteritsch und Möckern. Ney wurde zurück-geworfen, und Blücher übernachtete als Sieger auf dem Schlachtfeld.

Den folgenden Morgen traf bei Napoleon der Rest des 3tcn Corps ein, undReynier schloß sich mit 10,000 Mann der Armee an. Das war die ganze Ver-stärkung, die er erhielt, und womit der Verlust von gestern lange nicht ausge-glichen wurde. Bei den Alliirten dagegen langte Bernadotte, Benningsen undColloredo an, und ihre Armee zählte nun 300,000 Mann, 50,000 Pferde und1,400 Stück Geschütz. Napoleon hatte nun mehr 125,000 Mann, 22,000 Pferdeund 700 Kanonen *).

Er ist vielfach getadelt worden, bei einer solchen Ungleichheit der Kräftenoch eine Schlacht gewagt zu haben. Aber — entschuldigen ihn seine Lands-leute: „die großen Capitaine alle, die der Krieg gehoben und gestürzt, sind unter-gegangen durch ihre Sicgcscrinnerungen. Weil sie einst gewagt, war das Glückmit ihnen; nun glauben sie fortan wagen zu müssen, — es ist ihnen jedoch ent-gangen, daß sich Alles um sie herum geändert hat. Die Gefahr war nichtminder in Rivoli als in Leipzig, aber die Zeit war nicht mehr dieselbe."

Den I7ten wollte Napoleon unterhandeln. Er sandte den gefangenen Ge-neral Meerfeld an den Kaiser von Oesterreich mit Vorschlägen, deren Hauptpunktwar: er selbst wolle sich zur Saale zurück begeben, wenn die Verbündeten ihrHeer wieder hinter die Elbe zurückzögen; aber der Vorschlag blieb ohne Antwort.

Den 18. begann der Kampf von Neuem und von allen Seiten. Ney (6tes,7tes, 3tes Corps) formirte sich an der Partha mit 40,000 Mann, südwärts Na-poleon mit 85,000 Mann. Hier wurde Probstheyda der Schlüjselpunkt derSchlacht, der Kampf bald ein gräßlicher. Von tausend Kanonen erzitterte derBoden, Sturm auf Sturm erfolgte auf diesen Punkt, das Kleist'fche Corps listfurchtbar. Die drei Monarchen waren bei der alten Ziegelschanze Zeugen derTapferkeit ihrer Truppen. Tausende stürzten auf Tausende.

Nachmittag war's und über dem unermeßlichen Blutbad hielt der Angriffeinen Augenblick an; jetzt wollten die Franzosen die Offensive ergreifen, schon bra-chen Lauriston, Victor hervor, sie vermeinten sich der Schlacht zu bemeistern,da erreichte dieselben Napoleon's Befehl: links zu wenden — eine Schreckensnach-richt war eingelaufen: „die Sachsen seyen übergegangen."

Das 7te Corps, von sächsischen Truppen gebildet, die seit der Eröffnung desFrldzugcs mit Widerwillen in den Reihen der Franzosen gekämpft, war gestern in dieSchlachtordnung gezogen worden, und bildete als der rechte Flügel Ney's die Ver-bindung zwischen dem Marschall und dem Kaiser. Man hielt es in der Mitte.

Blücher war im Angriff auf Ney. Plötzlich, wie die Cavalerie auf dieSachsen chargirte, kamen ihr diese entgegen und wendeten ihre Kanonen. Ueberdiesem Abfall brach der Muth der Franzosen. Unter dem Ruf: jetzt ist Alles ver-loren, will sich's zur Flucht wenden. Eine Lücke entsteht. Napoleon eilt zur ent-blößten Stelle, er reißt das 3te Corps mit sich fort und es gelingt ihm nochmal

') Nach französischen Angaben.