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Ueber das Bedürfniss bleibender Befestigungen mit besonderer Hinsicht auf die Befestigung von Zürich / von David Nüscheler
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Ueberfall niemahls gesichert, selbst wenn unsereArmee die feindliche Hauptmacht in einer vor-geschobenen Stellung noch zurückhält, indem es, solange unser Land mit keiner zusammenhängendenVerschanzung umgeben ist, nicht möglich, das Durch-kommen feindlicher Streifkorps zu verhindern, vonwelchen unbefestigte Ortschaften um so mehr zu be-sorgen haben, als es diesen leicht beweglichen Trup-pen-Abtheilungen hauptsächlich darum zu thun ist,durch Verheerung des Landes den Unterhalt der sichvertheidigenden Armee zu erschweren, und durch reicheBeute für die mannigfachen Gefahren des Partey-gänger-Kriegs sich zu entschädigen.

Zudem ist es eine Eigenthümlichkeit der neuernTaktik, daß häufig der Besitz vor der Front liegenderoffener Ortschaften über den Ausgang der Schlach-ten entscheidet, und daß dieselben daher öfters zumheisseften Kampfplätze werden, weil ein Theil denandern Wechselsweise daraus zu vertreiben sucht, undbeyde immer aufs Neue sich darin verstärken.

31) Wenn aber solche Punkte hinter der Fronteliegen, so deckt oft deren hartnäckige Vertheidigungdurch die Nachhut (Arriere-Garde) den Rückzug deSGanzen.

So erhielt 1814 General von Bourmont den Be-fehl, die kleine offene Stadt Nogent an der Seine,mit 1200 Franzosen gegen die nachrückenden Obstrei-cher zu vertheidigen.

Er ließ unverzüglich die Straßen verrammeln,die Häuser mit Schießscharten versehen, und in derEile Verschanzungen mit Palissaden errichten. DieVertheidigung entsprach der Entschlossenheit seiner