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Napoleons Feldzug in Sachsen im Jahr 1813 : eine treue Skizze dieses Krieges, des französischen Kaisers und seiner Umgebungen / entworfen von einem Augenzeugen in Napoleons Hauptquartier, Otto Freiherr v. Odeleben
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wohl im Traum einmal die tollkühne Idee ein-gefallen seyn, deren Verwirklichung er, bei demUngeheuern feiner, bis dahin durchgesetzten Pläne,dann wachend ausbrütete. Die furchtbare Un-zahl der Schwierigkeiten, welche sich, währenddem, in seinem Rücken aufthürmen würdeder Abgang an Truppen in einem Zeitraume von6 Jahren, wäre unbeachtet geblieben, wenn ernur seinen Lieblings «Plan durchsetzen konnte.War der Schritt bis Moskau glücklich voll-bracht ; bequemte sich Rußland dazu , mit ihm einen mehrjährigen Frieden zu schließen, *)und seinem weitern Vordringen, durch Bedro-hung der seit - und rückwärts seines Heereszugesliegenden Reiche, behülflich zu seyn, so war,nach seiner Ansicht, in diesem Zeitraum ein Werkausgeführt, das ihn noch unsterblicher machte,als er sich bereits wähnte, und Frankreich auf

*) Man weif, wie gern Napoleon Alles im Gan-zen nach gewissen Perioden oder Jahren zu be,rechnen pflegte, in welchen das oder jenes voll-bracht werden könne. Ich brauche keine Beispieleanzuführen. Dies gründete sich auf seine geo-graphischen Zuschnitte, und er war deswegenmanchmal nur ein geographischer Held oftaber auch nicht, denn sein Starrsinn gewältigtedie Kunst, so wie oft eine Leidenschaft die andreüberwiegt.