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Napoleons Feldzug in Sachsen im Jahr 1813 : eine treue Skizze dieses Krieges, des französischen Kaisers und seiner Umgebungen / entworfen von einem Augenzeugen in Napoleons Hauptquartier, Otto Freiherr v. Odeleben
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haben könnten. Zn gleichem Sinne sprach derStadtrath, ermahnend und beruhigend, zu denBewohnern. *) Die Ruhe ward nicht wieder ge-stört. Das aufgegrabene Loch auf der Brückeblieb zwar mit Wachen beseht und mit Schrankenumschlossen, aber es ward nicht mehr daran ge-arbeitet.

Am Uten des Märzes, in den Nachmittag-stunden , verbreitete sich plötzlich die Nachricht vonder Annäherung der Nüssen, die schon zwei Tagsvorher bis in die Gegend von Königsbrück gestreiftwaren; nur zwei Stunden entfernt, hieß es, zö-gen sie auf der Berliner Straße heran. Allesgerieth in Bewegung. Die Laden in der Stadtwurden geschlossen. Die Trommel rief die Truppenzusammen, welche vor die Thore der Neustadt zo-gen, wo sie sich aufstellten. Starke Abtheilun-gen der Reiterei und des leichten Fußvolks rück-ten voran auf die nordöstlich von Dresden sich aus-breitende Waldhöhe, über welche die Heerstraße sichhinanzieht. Der französische Oberbefehlshaber selbstritt mit seinem Gefolge durch die Umgegend derNeustadt bis zu den äußersten Vorposten. Allesaber blieb ruhig und bei Anbruche der Dunkelheitkehrte die Besatzung in die Neustadt zurück, wosie in den Straßen ihre Feldnachtwachen ausstellte.

Während diese Ereignisse die Bewohner derHauptstadt beunruhigten, war an eben diesem Tags

Beilage IV.