wühl jeder Bewohner der Stadt, sobald an die,fem Morgen drei Kanonenschüsse fallen würden,sich schleunig nach Hause begeben und nicht «her,als drei Stunden nachher, seine Wohnung ver-lassen sollte. Gleich darauf eilte das Geschütz,welches an den Thoren und auf den halb zerrisse-nen Wällen der Neustadt aufgestellt gewesen, imTrabe über den Pfeiler, dessen Inneres mit ei-nem furchtbaren Zerstörungstoffe angefüllt war.Nach acht Uhr donnerte dreimal in kurzen Zwi-schenräumen das Geschütz. Alles rannte hin undher in den Straßen. Bange Besorgnisse, unddie Ungewißheit der Ereignisse, welche die näch-sten Augenblicke bringen konnten, trieben die mei-sten Bewohner in ihre Häuser, aber viele folgtenbald dem mächtigern Triebe der Neugier und eil-ten an beiden Ufern zu sichern Stellen, um Zeu-gen des furchtbaren Schauspiels zu sein. Dasaufblitzende Zündpulver schlängelte sich zu dem aus-gehöhlten Pfeiler. Alsbald bedeckte ein schwarzerDampf die Brücke, -dann stieg ein weißer Strahlempor, darauf eine Feuersäule; der Pfeiler schiensich zu dehnen, und Flammen fuhren aus den ge-öffneten Fugen- die beiden anliegenden Bögen ho-ben sich, und als in den nächsten AugenblickenPfeiler und Bögen mit dumpfen Schlägen indie aufbrausenden Fluten gestürzt waren, verhülltenfinstre Rauchwolken die weite Kluft. *)
Der Bau der jetzigen Elbebrücke ward im Jahre,344 angefangen, da ein Jahr vorher die ältere