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Napoleons Feldzug in Sachsen im Jahr 1813 : eine treue Skizze dieses Krieges, des französischen Kaisers und seiner Umgebungen / entworfen von einem Augenzeugen in Napoleons Hauptquartier, Otto Freiherr v. Odeleben
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dürfnisse unterhielt, sondern es wird ohne Zweifelauch unter den, durch den Krieg herbeigeführtenUrsachen der sittlichen Verschlimmerung der unternVolksklasse, aus welcher selbst Kinder die verderb-liche Eßwaarenkramerei trieben, aufzuzählen sein.Die Begierde, von dem goldnen Regen im Haupt-quartier einige Tropfen zu sammeln, lockte selbstbetriebsame Leute aus Frankreich herbei. Dennaußer den französischen Schustern und Schneidern,und einigen Kaufleuten, die mit Allem, was zuOffizier-Uniformen gehört, aus Paris und Straß-burg kamen, siedelten sich nach und nach mehrefranzösische Gaumenkünstler hier an, und selbstein Schwärm von schmutzigen Schuhputzerjungenwar dem Heere von der Seine nachgezogen, uman den Ufern der Elbe ihr gellendes Cirer lesbottes! ertönen zu lassen.

Die Friedenshoffnungen, welche ungeachtetaller Rüstungen sich erhalten hatten, verschwandenauch dem Leichtgläubigsten, als gleich nach der, am4ten des Augusts erfolgten, Rückkehr Napoleonsvon seiner, am 25ten des Zulius angetretenen.Reise nach Mainz, bekannt wurde, daß sein Na»mxnsfest in allen französischen Feldlagern amroten des Augusts gefeiert werden sollte, weil am.iZten die Zeit der Waffenruhe abgelaufen war.Gleich nachher, hieß es, sollten alle Heere ausihren Ruhelagern aufbrechen. Die Spitäler wa-ren größrentheils geleert, um die Opfer des er-neuten Kampfes aufnehmen zu können.