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Napoleons Feldzug in Sachsen im Jahr 1813 : eine treue Skizze dieses Krieges, des französischen Kaisers und seiner Umgebungen / entworfen von einem Augenzeugen in Napoleons Hauptquartier, Otto Freiherr v. Odeleben
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118
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all Angst und Verwirrung. Die Straßen wurdenkrep, als die Kugeln sie unsicher machten, manschloß die Hausthüren, und suchte Sicherheit inden Kellern; aber dennoch wurden einige Bewoh-ner der Stadt von der Gefahr überrascht, undverwundet oder getödtet. Die ganze Stadt warein Lager. Gerüstete Krieger auf allen öffentlichenPlätzen gelagert, oder schon streitferrig das Zeichenzum Aufbruche erwartend. Pferde und Fuhrwerkin allen Straßen im wilden Gedränge. Die be-wachten Vorstadtthore öffneten sich nur, um neueStreitmassen heraus oder Verwundete herein zulassen. Gegen 6 Uhr verbreitete sich die Nachricht,daß die Verbündeten unaufhaltsam vorrückten, unddie Preußen bereits in die pirnaische Vorstadt ein-gedrungen wären. Gräßlicher donnerte das Ge-schütz. Zm Sturmschritte eilten einige Abtheilun-gen der Garde mit 16 Kanonen, die als Rückhaltauf dem Altmarkte gestanden hatten, aus den Vor-städten und stellten das Gleichgewicht wieder her.Napoleon war während des heftigsten Feuersdurch die Schloßgasse zum Seethor nach dem Dip-pvldiswalder Schlage gesprengt^ und nach kurzemVerweilen auf den Kampfplatz geeilt. Ein Ossi-zier aus seinem Gefolge ward dicht an seiner Seiteerschossen, und mehre seiner Adjutanten wurdenverwundet. Die Schanze vor dem FreibergerSchlage, deren Geschütz von den Oesterreichernbald zum Schweigen gebracht wurde, war schonvon den Franzosen verlassen, und das noch stärkere