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schützen-Bataillon unter dein Obristen Peternell, nebst einer Bat-terie unter dem Eapitain Feßler, wirkten sehr geschickt in des Fein-de» Flanke, und warfen dadurch die Franzosen so schnell zurück,daß die östreichischen Truppen, welche verstärkt worden, aufs neuevorrücken konnten; sie unterstützte die badensche Reiterei, welchemit vieler Tapferkeit das feindliche erste Treffen zurückwarf, sodaß dieses glänzende Gefecht mit einer regellosen Flucht der Fran-zosen, welche mehrere hundert Todte auf dem Platz ließen, endigte.
Am 22 sten Juli wurde zwischen dem Fürsten Hohenzollernund dem General Grafen Rapp ein Waffenstillstand, und zwarnicht allein für die Festung Straßburg, sondern für alle Festun-gen im Elsaß abgeschlossen (Beilage No. 4"-). Die Festungen imElsaß gehorchten jedoch dem Oberbefehlshaber nicht. Der FürstHohenzollern hatte sein Hauptquartier in Scützheim, der GeneralGraf Rapp das seinige in Waken.
Am ilten August verließen die Blokade-Truppen vorStraßburg ihre bisherigen Lager und Bivouaks, und bezogen Kan-tonirungöquartiere. Die in Straßburg gelegenen Nationalgardenwurden entlassen, und fingen am 9 ten August an, unbewaffnet ingroßem und kleinern Abtheilungen die Festung zu verlassen. DerGeneral Graf Rapp verlegte sein Hauptquartier nach Straßburg,der Fürst von Hohenzollern das seinige nach Hagenau, obwohl dieFestung noch ferner eingeschlossen blieb. Der General v. Volk-mann und der Obrist Negeldinger verfügten sich nach Straßburg.
Da auf Befehl des Königs von Frankreich in Straßburgdie Linien-Truppen entlassen werden sollten, so erregten sie am2ten September einen Aufruhr, und arretirten alle Generaleund Offiziere. Dieser Aufstand dauerte Z Tage, bis die Einwoh-ner von Straßburg den rückständigen Sold für die Truppen vor-geschoffen hatten. Das östreichisch-badensche EinschließungücorpSbezog in diesen Tagen aus« neue seine früheren Stellungen undLager um Straßburg, bis am 6ten September die französischenLinien-Truppen abzogen, und die Verbindung mit Kehl wieder»öffnet wurde.
Am tüten September wurde das Hauptquartier desFürsten Hohenzollern nach Molüheim verlegt, und die DivisionTjollich, welche in Wlaffenheim und der dortigen Gegend gelegen,sitzte sich nebst der Reserve schon am lZten September in Marsch,um über die Sponecker Schiffbrücke bei Markolsheim den RheinM passiren» und durch den Brcisgau und Oberschwaben zurückzu-kehren. Die badenscheN Truppen kantonirten im Bezirk von
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