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C.G. Calwers Käferbuch : Naturgeschichte der Käfer Europas / herausgegeben von Professor Dr. G. Jäger : zum Handgebrauche für Sammler
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grübe darunter. Ausser den Laufkäfern trifft man Chrysomela-Arten, zahl-reiche Staphylinen, Byrrhus-Arten, von Rüsselkäfern Alophus, Otiorhynchus,Barynotus, Cleonus, Gronops, Plinthus , Tropiphorus, Trachyphloeus, aucheinige Schnellkäfer (Diacanthus, Lacon, Agriotes, Drasterius); wie man sieht,eine reiche Gesellschaft!

5) Die Ameisen- und Ho rnissenn ester. An die Steine reihe ichunmittelbar diesen Fundort an, denn die interessanten Keulenkäfer (Claviger)findet man bei der bissigen gelben Ameise, die in der Regel unter Steinenhaust. Auch Pselaphus-Arten findet man bei Ameisen unter Steinen und inden Nestern der Rasenameise. Diese Käfer sehen den Ameisen sehr ähn-lich; um sie zu bekommen, wartet man, bis die Ameisen sich verlaufenhaben, der Käfer ist dann so ziemlich der letzte, der zu entwischen sucht;insbesondere richte man sein Augenmerk auf die Unterseite der Steine. Amreichsten an Käfern sind die an alten Baumstümpfen angelegten Koloniender Formica fuliginosa, bei der man über 100 Arten von Käfern findet, vondenen die meisten kaum irgendwo anders anzutreffen sind. Die meisten sindStaphylinen aus den Gattungen Homalota, Oxypoda, Othius, Aleochara,Stenus, dann Histeriden (Saprinus und Dendrophilus) und den seltenenDryophthorus lymexylon, auch die Larven von Cetonia und Clythra trifftman hier. Nächstdem am reichsten sind die grossen in Nadelwäldern sohäufigen Nester der roten Waldameise (Formica rufa), von der fast 100Arten von Gästen bekannt sind, meist Staphylinen aus den Gattungen Myr-medonia, Homalota, Oxypoda, Oligota, Dinarda, Lomechusa, Myllaena etc.,dann Cryptophagiden (Lathridius, Corticaria), ein Rüsselkäfer (Omias mol-linus) und ein Histeride (Hetaerius sesquicornis). Der Fang dieser auch nochsehr kleinen in Haufen lebenden Ameisengäste erfordert natürlich eine ge-wisse Todesverachtung. Man bindet sich unten die Hosen und oben dieAermel zu, damit die Ameisen nicht unter die Kleider kommen, fasst denHaufen portionenweise in ein Sieb (siehe später), wartet bis die Ameisensich etwas verlaufen haben, und siebt dann in den Beutel.

6) Ufer von Flüssen und Seen. Ein ganz ausserordentliches Glückfür einen Käfersammler ist es, wenn er zu einer Ueberschwemmung im rich-tigen Moment kommt. Hier findet er teils im Anspülicht, teils an den ausdem Wasser hervorragenden Pflanzen und Gebüschen oft eine so ungeheureMenge angeschwemmter Käfer fast aller Abteilungen, dass alle seine Sammel-gläser nicht ausreichen, um den Reichtum einzuernten. Man versäume des-halb im Frühjahr und Vorsommer keine Ueberschwemmung, komme abernicht zu spät, weil sich sonst die Tiere wieder verlaufen haben. Auchohne Ueberschwemmung sind die Ufer der Fundort für eigenartige Insekten,die teils auf dem Kies, Sand und Schlamm umherlaufen, teils unter dem An-spülicht, den Confervenfladen oder den Steinen stecken. Von Laufkäfernfindet man hier Arten der Gattungen Anchomenus, Polystichus, Cicindela,Chlaenius, Blethisa, Elaphrus, Drypta, Odacantha, Demetrius, Aetophorus,Loricera, Notiophilus, Bembidium, Trechus, Pelophila, Nebria, Patrobus,