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puppen oder Fleischstückchen gefüttert werden. Feuchthalten des Satzesist auch hier nötig.
Käfer, die in Früchten oder Blattwickeln leben (Balaninus, Rhyn-chites, Apoderus etc.) sind meist schwierig zu ziehen, da sie tief in die Erdegehen und die Bodenfeuchtigkeit brauchen. Einigen Erfolg hat man nur,wenn man tiefe Blumentöpfe mit Erde füllt, mit Drahtsieb deckt und imFreien eingräbt.
Leicht zu ziehen sind die in Blüten (Anthonomus) und Blattminen(Trachys, Zeugophora, Orchestes, Haltica) lebenden; und hier sind auch ge-wiss noch manche Arten zu finden, deren Lebensweise noch nicht bekanntist. Die Anthonomuslarven verraten sich durch die braune Farbe der Blüten-köpfchen, die Minen sind blasige, missfarbige Stellen an Blättern, die da-durch entstanden sind, dass die Blattgrünschichte herausgefressen ist. Diemeisten Minen enthalten allerdings Kleinschmetterlingsraupen, allein wermit Aufmerksamkeit sammelt, wird sie bald unterscheiden lernen, und dasbeste ist, wenn man sich mit einem Kleinschmetterlingssammler in Verkehrsetzt. Die Blütenköpfe und minenhaltigen Blätter nimmt man in einer kleinenBlechbüchse (damit sie nicht vertrocknen) nach Hause und bringt sie in kleine,halb mit etwas feuchter Erde gefüllte Zuckergläser, die man mit Flor zu-bindet. Erhaltung der nötigen Feuchtigkeit ist auch hier nötig.
Die in den Stengeln und Wurzeln krautartiger Pflanzen lebendenKäfer (bes. Baridius, Larinus) erhält man durch Zucht weit sicherer undleichter, als durch Fang. Man setzt die Strünke, die man als wurmig er-kannt, regelrecht, wie sie in der Natur stehen, in Blumentöpfe und bedecktdiese mit einem passenden Siebaufsatz. Die Erziehung der in Stengelnlebenden seltenen Lixusarten erfordert, wenn die Larve nicht schon nahezuerwachsen ist, Pflege der Pflanze. Hat man eine Larve gefunden, so trägtman sie in einem Stengelstück sorgfältig nach Hause, pflanzt hier einefrische Pflanze regelrecht und schiebt die Larve durch einen mit dem Messergemachten Schlitz in den Stengel.
Die blätterfressenden Larven behandelt man wie die Schmetter-lingsraupen, indem man sie in Raupenkästchen oder florbedeckten, halb mitfeuchter Erde gefüllten, nicht zu kleinen Zuckergläsern füttert. Erde istnötig, weil manche davon sich in der Erde verpuppen.