sZ
Die feindlichen Scharfschützen suchten bis an die Brücke vorzu-dringen — allein ihnen folgten keine Massen, um einen Sturmzu unternehmen, welchen das heftige Artilleriefeuer jedoch immererwarten ließ. In der Stadt brannte der sogenannte Strohhof,durch Granaten entzündet, ab, und man befürchtete, der Brandwerde um sich greifen. Mit Einbruch der Nacht gab der Feindfein Vorhaben auf, und zog sich bis in sein Lager bei Niedeiebenund Passendorf zurück.
Der Verlust war trotz des sehr heftigen Feuers, den von derArtilleric-Mannschaft ausgenommen, dennoch nur geringe, ammeisten hatten die bei Wörmelitz gestandenen russischen Zäger-Bataillone gelitten. Die Batterie des Hauptmannö Ziegler wurdedurch eine russische i2pf. Batterie ersetzt, weil der General Kleistmit Tagesanbruch die Erneuerung der Kanonade befürchtete.
Nachdem man im Hauptquartiere zu Dresden, die zuverlässigeNachricht erhalten hatte, — daß der Kaiser Napoleon bei der Ar-mee eingetroffen, und, das französische Kriegcsheer, bereits diesseitdes thüringer Waldes versammelt sey,- erhielt die russische, Re-serve-Armee den Befehl, auf das schleunigste vorzurücken, und ersetzte sich selbige sogleich in Marsch, als: -die Kolonne des Großfürsten Constantin, da der Großfürstin Dresden Krankheits halber zurückbleiben mußte, jetzt vorrdem Gen. Lieut. Kanownizin befehligt, marschirte über Wils-druf nach Rossen,
die Kolonne des Gen. Lieut. Fürsten Gallizin des Aten, jenerzur linken nach Freiberg.
Auch traf heute in Dresden die Nachricht ein, daß der inDunzlau zurückgebliebene Feldmarschall Fürst Kutusow von Smo-lensk, am rüsten April daselbst (im 7>stenIahre) gestorben sey.
Die Vordertruppen des Generals Oppen, vom Corps desGenerals Bülow, besetzten heute den Posten von Wettin.l>) Die französische Armee:
Es blieb die kaiserlich französische, Armee im Vorrücken!
Das Hauptquartier des Kaisers Napoleon wurde heute, von Er-furt nach Eckardtsberge verlegt,
das Zte CorpS des Marschalls Ney hatte bereits die Saalepassirt und stand in Naumburg, die Vordertruppen des Ge-nerals Souham jenseit dieser tzstadt»das ^re Corps des Generals Bertrand rückte in Jena ein,das l>te Corps des Marschalls Marmont stand vorwärts vonWeimar,
d>e Armee des Vice-KönigS von Italien verfolgte ihren Marsch^uf Merseburg und Halle, am letzteren Orte hatte ein Theildss Corps des Generals Lauriston das Gefecht beiHalle, und mußte sich, wie bereits erzählt, auf die 'Anhöhenbei N-edleben zurückziehn.
Der 29ste April.
Es setzten sich heute alle Kolonnen des russisch - preußischen Krie-Sesheeres in Marsch: